Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transatlantische Allianz in der Meeresforschung

03.05.2012
Nicht nur in der Forschung, auch in der Ausbildung der Meeresforscher von morgen wird internationale Zusammenarbeit immer wichtiger.
Das GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die Christian-Albrechts Universität zu Kiel sowie die kanadischen Einrichtungen Dalhousie University und das Halifax Marine Research Institute wollen die Ausbildung des meereswissenschaftlichen Nachwuchses künftig gemeinsam vorantreiben. Ihr Vorschlag für eine transatlantische „Helmholtz Research School for Ocean System Science and Technology“ wurde als einer von insgesamt drei Anträgen aus 14 Vorschlägen von der Helmholtz-Gemeinschaft bewilligt.

Die Ozeane kennen keine Grenzen, sie trennen, aber sie verbinden auch die global vernetzte Welt. Viele Chancen und Risiken für die Zukunft liegen in unseren Weltmeeren. Für Fragen des Klimawandels, der Welternährung, Ressourcen oder von Naturgefahren sind unsere Ozeane von elementarer Bedeutung. Meeresforscher arbeiten an diesen großen Themen deshalb weltweit zusammen: nur mit Hilfe einer engen internationalen Kooperation wird es möglich sein, Antworten auf die drängenden Fragen zu geben. Auch angehende Wissenschaftler müssen möglichst rasch lernen, sich in internationalen Teams zu bewähren und zu kooperieren. Dies soll im Rahmen der jetzt von der Helmholtz-Gemeinschaft bewilligten transatlantischen Graduiertenschule „Helmholtz Research School for Ocean System Science and Technology“ von deutschen und kanadischen Meeresforschern in den kommenden sechs Jahren praktiziert werden.
An der Graduiertenschule sind neben dem GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, an dem das Projekt koordiniert wird, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Dalhousie University und das Halifax Marine Research Institute (HMRI) beteiligt. Die Graduiertenschule verbindet zwei der auf den Gebieten der marinen Forschung und Ausbildung weltweit führenden Einrichtungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Kernthemen der Schule, an der bis zu 25 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler teilnehmen, sind vierdimensionale Ozeandynamik, Hotspots im marinen Ökosystem und Meeresbodenstrukturen. Übergreifend ist die zentrale Fragestellung, wie das System Ozean auf vom Menschen verursachte Einflüsse wie auch natürliche Schwankungen reagiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Graduiertenschule wird auf der Anwendung neuer Technologien für Ozeanbeobachtungen liegen. Angesichts des breiten Themenspektrums des Programms ist interdisziplinäre Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung.

„Wir wollen mit diesem neuen, international vernetzten Programm die Ausbildung exzellenter Nachwuchskräfte auf dem Gebiet der Meeresforschung weiter verbessern, mit dem Ziel die best möglichen wissenschaftlichen Grundlagen für eine nachhaltig Nutzung der Meere zu entwickeln“, so Projektleiter Prof. Dr. Wolf-Christian Dullo vom GEOMAR. „Dabei war es uns besonders wichtig, neben der Universität Kiel auch exzellente internationale Kooperationspartner einzubinden“, so Dullo weiter. „Neben den kanadischen Kollegen am Halifax Marine Research Institute und der Dalhousie University werden wir auch auf den Kapverdischen Inseln arbeiten, wo das GEOMAR schon seit einigen Jahren sehr intensiv Meeresforschung betreibt“. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks freut man sich über den Erfolg. „Die Helmholtz Research School eröffnet auch uns ganz neue Möglichkeiten in der Doktorandenausbildung“, sagt Prof. Dr. Douglas Wallace, Wissenschaftlicher Direktor des Halifax Marine Research Institutes. Das Themenspektrum, die Vernetzung und die internationale Kooperation seien die besonders hervorzuhebenden Punkte, so Wallace weiter. „Das Ausbildungsprogramm baut auf viele gemeinsame Interessen und jahrelange Kooperationen der Wissenschaftler in Kiel und Halifax und wird die beiden beteiligten Forschungseinrichtungen und Universitäten noch enger zusammenbringen“, meint Prof. Wallace zuversichtlich. Auf kanadischer Seite werden bis zu 22 Doktoranden an dem Programm teilnehmen.
„Wir sehen, dass wir mit Schwerpunktsetzung auf die Meeresforschung und unserer Internationalisierungsstrategie auf dem richtigen Weg sind“, freut sich auch der Vizepräsident der Christian-Albrechts Universität zu Kiel und Projektpartner, Prof. Dr. Thomas Bosch. „Mit dem Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und der „Integrated School on Ocean Sciences haben wir vor sechs Jahren diesen Weg begonnen, den wir mit diesem Projekt, wie auch in der zweiten Phase des Exzellencluster noch weiter intensivieren möchten“, so Prof. Bosch weiter.

Der Startschuss für die Graduiertenschule „Helmholtz Research School for Ocean Science and Technology“ fällt am 1. Oktober 2012. Dann werden die ersten Doktorandinnen und Doktoranden ihre Arbeit aufnehmen.

Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.geomar.de/
http://www.uni-kiel.de/
http://www.hmri.ca/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einblicke unter die Oberfläche des Mars
21.07.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Tauender Permafrost setzt altes Treibhausgas frei
19.07.2017 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten