Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seltene Erden weisen auf exzellente Qualität des Trinkwassers im Land Bremen hin

12.06.2013
Gadolinium, ein Element aus der Gruppe der Seltenen Erden, ist ein wesentlicher Bestandteil von Kontrastmitteln, die bei der Diagnostik mit Magnet-Resonanz-Tomographie(MRT)verwendet werden.

Das Kontrastmittel-Gadolinium ist unschädlich, kann aber als Indikator für aus dem Abwasser stammende gesundheitsschädliche Stoffe wie Arzneimittelrückstände genutzt werden. In der Arbeitsgruppe Rohstoff- und Umweltgeochemie der Jacobs University wurden jetzt unter Leitung von Prof. Michael Bau Trinkwasserproben aus Bremen untersucht,und mit belasteten Proben aus Berlin verglichen. Das für den Bremer Verbraucher erfreuliche Ergebnis: In keiner Bremer Trinkwasserprobe fand sich Kontrastmittel-Gadolinium.

Gadolinium-Verbindungen werden als MRT-Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt und gelangen dann über den Urin der Patienten ins Abwasser. Weil dieses anthropogene Gadolinium auch in modernen Kläranlagen nicht aus dem Wasser entfernt werden kann, wird es mit dem geklärten Abwasser in Flüsse wie Weser, Rhein und Havel eingeleitet, und erreicht von dort das Meer, aber auch das Grundwasser und damit das Trinkwasser. Dadurch kann das anthropogene Gadolinium als Indikator für andere sogenannte „abwasserbürtige“ Stoffe genutzt werden, wie z.B. Arzneimittelrückstände und Körperpflegeprodukte.

Trinkwasserproben aus dem Land Bremen aus den Jahren 2012 und 2013 zeigen nur geringe Gadolinium-Gehalte von 0.57 bis 0.81 ng/L in Bremen-Stadt (Walle), 0.82 bis 0.91 ng/L in Bremen-Nord (Grohn) und 0.52 ng/L in Bremerhaven (Mitte). Hierbei handelt es sich um die „geogene“ (d.h. die natürliche) Gadolinium-Konzentration; Kontrastmittel-Gadolinium kann nicht beobachtet werden. Im Vergleich dazu zeigt Trinkwasser aus Berlin (Zoologischer Garten) eine sehr viel höhere Gadolinium-Konzentration von 10.8 ng/L, die fast ausschließlich auf anthropogenes Kontrastmittel-Gadolinium zurückzuführen ist, das im Westen Berlins durch die Grundwasseranreicherung mit Oberflächenwasser ins Trinkwasser gelangt (siehe auch die Abbildung zur Verteilung der Seltenen Erden im Bremer und Berliner Trinkwasser, die für letzteres eine sehr starke Gadolinium (Gd) Anomalie aufweist während Bremer Trinkwasser keine Gadolinium Anomalie zeigt). Die Abwesenheit von Kontrastmittel-Gadolinium belegt, dass Bremer Trinkwasser keine abwasserbürtigen Stoffe enthält und es somit weitgehend ausgeschlossen werden kann, dass das Bremer Trinkwasser mit Arzneimittelrückständen und ähnlichen Xenobiotika belastet ist.

Untersuchungen zu den Seltenen Erden sind einer der Forschungsschwerpunkte in der Arbeitsgruppe Rohstoff- und Umweltgeochemie der Jacobs University Bremen um Prof. Michael Bau und Prof. Andrea Koschinsky mit Doktoranden (Nathalie Tepe, Sandra Pöhle, Serkan Kulaksiz) und Studenten (Marius Böhm, Manuela Romero) aus den Bereichen Earth and Space Science und Integrated Environmental Studies.

Weitere Fragen beantwortet:
Michael Bau | Professor of Geosciences
Email: m.bau@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3564

Judith Ahues | idw
Weitere Informationen:
http://www.jacobs-university.de/sites/default/files/uploaded_files/NEWS/2Q_2013/Jacobs_Bau_Gd_Bremen_Trinkwasser_2013.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise