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Riesiger fossiler Meeresräuber dokumentiert die Evolution der modernen Nahrungsgpyramide im Meer

08.01.2013
Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat in einer von Dr. Nadia Fröbisch, Paläontologin am Museum für Naturkunde Berlin geleiteten Grabung einen 8,6m langen fossilen Meeresräuber in Nevada geborgen.

Das 244 Millionen Jahre alte Fossil repräsentiert den ersten Spitzenräuber mariner Nahrungsketten und konnte Beutetiere jagen, die so groß waren wie es selbst, vergleichbar mit modernen Killerwalen. Das Auftauchen dieses Raubtieres im Fossilbericht nur 8 Millionen Jahre nach dem größten Aussterbeereignis der Erdgeschichte am Ende des Perm dokumentiert die schnelle Erholung des Ökosystems sowie die Evolution moderner Ökosystemstrukturen nach dem Auslöschen von 80-96% aller Arten im Meer.

Das Fossil wurde bereits 1997 bei einer wissenschaftlichen Grabung von Prof. Martin Sander (Universität Bonn) und Dr. Olivier Rieppel (Field Museum, Chicago) entdeckt, verblieb aber zunächst im Gelände. Nach seiner Bergung im Sommer 2008 wurde es nun in der wissenschaftlichen Zeitschrift PNAS publiziert und erhielt den Namen Thalattoarchon saurophagis, was „saurierfressender Herrscher der Meere“ bedeutet. Es handelt sich um einen frühen Vertreter der Ichthyosaurier, einer Gruppe mariner Reptilien, die zeitgleich mit den Dinosauriern lebte und 160 Millionen Jahre lang die Meere des Erdmittelalters dominierte. Thalattoarchon hatte einen mächtigen Schädel und die Kiefer waren mit großen Zähnen bewehrt, die scharfe Schneidekanten aufwiesen mit denen andere marine Reptilien gepackt und zerlegt werden konnten.

Der Ichthyosaurier wurde in einer abgelegenen Bergkette im zentralen Nevada, USA entdeckt. Ein Großteil des Fossils ist erhalten, darunter der Schädel (abgesehen vom vorderen Ende der Schnauze), Teile der Flossen sowie die gesamte Wirbelsäule bis hin zur Schwanzspitze. Mit Unterstützung des Komitees für „Research and Exploration“ der National Geographic Society brauchten die Paläontologen drei Wochen um das Fossil fachgerecht auszugraben und den Transport via Helikopter und Lastwagen aus dem Gelände vorzubereiten.

„Jeden Tag lernen wir Neues über die Biodiversität unseres Planeten, sowohl in Hinsicht auf die lebenden als auch die fossilen Arten“ sagt Dr. Fröbisch. “Dieser neue Fossilfund charakterisiert die Etablierung einer neuen, modernen Ökosystemstruktur. Funde wie Thalattoarchon helfen uns die Dynamik unseres evolvierenden Planten besser zu verstehen und letztendlich auch die Auswirkungen die wir Menschen auf die Umwelt haben zu erfassen“.

Die Forschung ist Teil eines kollaborativen Projektes der Erstautorin Dr. Nadia Fröbisch und Prof. Jörg Fröbisch (beide Museum für Naturkunde Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung), Prof. P. Martin Sander (Steinmann Institut für Geologie, Mineralogie, and Paläontologie, Abteilung Paläontologie, Universität Bonn), Prof. Lars Schmitz (W. M. Keck Science Department, Claremont McKenna, Pitzer, and Scripps Colleges, Claremont, USA) und Dr. Olivier Rieppel (The Field Museum, Chicago, USA).

Der Artikel wird in der Woche vom 7.1.2013 in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) publiziert.

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Dr. Gesine Steiner | idw
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