Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quake-Catcher: 300 User erforschen Erdbeben

30.09.2008
Wissenschaftliches Netzwerk integriert Daten aus Laptopsensoren

An die 300 User aus der ganzen Welt stellen mittlerweile ihre Computer dem sogenannten "Quake-Catcher Network" (QCN) zur Erbebenerforschung zur Verfügung.

Im Rahmen des bereits im Mai dieses Jahres gestarteten Projekts haben Wissenschaftler des Southern California Earthquake Center (SCEC) der Stanford Universität in Kalifornien normale Internetnutzer dazu aufgerufen, bei der Lokalisierung und Dokumentation von Erdbeben mitzuhelfen.

Möglich wird dies über den Download einer speziellen Software, die den Forschern den Zugriff auf die in neueren Laptopmodellen eingebauten Beschleunigungssensoren verschafft. Diese haben im Normalfall die Aufgabe, etwa beim Fallenlassen eines Computers den plötzlichen Bewegungsimpuls zu erkennen, um die Festplatte sicherheitshalber rechtzeitig abschalten und so ungewollte Datenverluste verhindern zu können.

"Das QCN ist eine gemeinschaftliche Initiative, deren Ziel die Entwicklung des weltgrößten und gleichzeitig günstigsten seismischen Netzwerks ist", heißt es auf der offiziellen Projekthomepage. Einzige Voraussetzungen für die Teilnahme seien ein funktionsfähiger Internetzugang und ein im Computer integrierter, im Fachjargon als Accelerometer bezeichneter Beschleunigungssensor.

Freiwillige müssten für eine Teilnahme am Projekt lediglich eine kleine Applikation herunterladen, die ihre Rechner mit den anderen im Netzwerk verbindet und relevante Informationen zu Erdbebenbewegungen an die Wissenschaftler weitersendet. "Ihr könnt mit eurer Unterstützung dazu beitragen, dass das QCN ein besseres Verständnis zum Thema Erdbeben hervorbringt", betonen die Projektverantwortlichen. Auf diese Weise könnten etwa das Frühwarn- und Katastrophenschutzsystem für Erdbeben wesentlich effizienter gestaltet werden.

Laut CNN-Bericht kämpft die Wissenschaft im Bereich der Erdbebenforschung schon längere Zeit mit dem Problem, dass sie nur über relativ wenige Hightech-Messstationen für die genauere Erforschung der Erderschütterungen verfügt. Diese seien hinsichtlich Errichtung und Betrieb zumeist mit einem enormen Kostenaufwand verbunden. "Wenn die Nutzer uns über das errichtete Netzwerk mit wissenschaftlich verwertbaren Daten beliefern, die uns vor kommenden Katastrophen warnen könnten, ist das ein unglaublich wichtiger Fortschritt", stellt Tom Jordan, einer der beteiligten Projektleiter am SCEC, fest. Da die Laptopsensoren aber überaus sensibel reagieren, werde man, um Irrtümer und übertrieben voreilig ausgesprochene Erdbebenwarnungen zu vermeiden, die gesammelten Daten der Nutzer aber stets mit jenen des US Geological Survey (USGS) http://www.usgs.gov vergleichen.

Kalifornien ist der traditionell am stärksten von Erdbeben bedrohte Bundesstaat des US-amerikanischen Kontinents. Allein in dessen südlichen Regionen werden an die 10.000 Erdbeben pro Jahr registriert. Die meisten davon sind allerdings so schwach, dass sie von den Menschen ohne entsprechende Hilfsmittel nicht wahrgenommen werden können. Bislang konnten US-Bürger ein Beben nur unter relativ großem Aufwand melden, indem sie durch das Ausfüllen eines Fragebogens auf der USGS-Webseite eine Meldung an die Behörden abgaben. Mit dem Start des Quake-Catcher-Netzwerks, an dem mittlerweile bereits über 50 kalifornische Bürger teilnehmen, soll sich dies aber bald viel einfacher abwickeln lassen. Derzeit werden im Rahmen des QCN allerdings nur Apple-Laptops und Lenovo Thinkpads unterstützt. Eine Softwarelösung für andere Hersteller befindet sich laut Angaben auf der Projekt-Homepage in Entwicklung.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://qcn.stanford.edu
http://www.scec.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Wireless power can drive tiny electronic devices in the GI tract

28.04.2017 | Medical Engineering

Ice cave in Transylvania yields window into region's past

28.04.2017 | Earth Sciences

Nose2Brain – Better Therapy for Multiple Sclerosis

28.04.2017 | Life Sciences