Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

OMO: Messflüge im asiatischen Monsungebiet

17.07.2015

Das Forschungsflugzeug HALO des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) startet am 21. Juli in Richtung Zypern, Malediven und Indien. Mit an Bord sind zwölf Instrumente für die Flugmesskampagne OMO (Oxidation Mechanism Observations). Klimaforscherinnen und -forscher wollen mit dem Projekt untersuchen, wie sich Schadstoffemissionen am Erdboden durch hochreichenden Transport (Konvektion) im asiatischen Sommermonsun auf die chemischen Selbstreinigungskräfte der Atmosphäre auswirken. Beteiligt sind auch Jülicher Troposphärenforscher.

"Während des Monsuns herrschen andere Verhältnisse in der Atmosphäre, untere Luftschichten werden quasi angesaugt und in höhere Bereiche transportiert", erläutert Dr. Andreas Hofzumahaus vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung.


Das Forschungsflugzeug HALO während der Vorbereitung der OMO-Messkampagne im Hangar: Die außen angebauten Lufteinlässe leiten die Außenluft unter kontrollierten Bedingungen zu den Messinstrumenten in der Flugzeugkabine.

Copyright: Forschungszentrum Jülich

Dadurch gelangen auch große Mengen an Luftschadstoffen wie Stickoxide und Kohlenwasserstoffe in die obere Troposphäre, also bis in eine Höhe von 15 Kilometern. Wie sie sich dort verteilen und die Konzentration der Hydroxyl(OH)-Radikale beeinflussen, wollen die Wissenschaftler mit der OMO-Messkampagne herausfinden. Das Hydroxyl(OH)-Radikal sorgt als "Waschmittel" dafür, dass sich die Atmosphäre selbst von vielen Spurengasen reinigen kann.

HALO führt deshalb vom ersten Ziel auf Zypern aus zwei Messflüge entlang der Westküste Indiens in Richtung Süden durch. Anfang August wird das Forschungsflugzeug auf den Malediven stationiert; von dort aus werden zwei Messflüge entlang der Ostküste Indiens in Richtung Golf von Bengalen unternommen. Nach der Rückkehr nach Zypern folgen weitere Messflüge in Richtung Indien. Die OMO-Kampagne endet mit der Rückkehr des Forschungsflugzeugs nach Oberpfaffenhofen am 26. August.

Die mitgebrachten Daten werden in den nächsten Jahren von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet. "Wir vergleichen sie mit Modellvorhersagen der atmosphärischen OH-Konzentration und des Schadstoffabbaus", erklärt Dr. Frank Holland von der Jülicher Troposphärenforschung. Der Vergleich der Messdaten mit den errechneten Modellen wird zeigen, ob letztere Bestand haben oder korrigiert werden müssen.

In einem weiteren Schritt wollen die Forscher überprüfen, inwieweit der Abbau der Schadstoffe die Bildung von Ozon in der oberen Troposphäre beeinflusst. Hintergrund: In dieser Luftschicht entfaltet Ozon als Treibhausgas seine größte Wirksamkeit. Die Untersuchungsergebnisse sollen dazu beitragen, den Einfluss von Ozon auf das Klima besser zu verstehen.

Die OMO-Kampagne wird vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz koordiniert. Weitere Partner in dem Projekt sind neben dem Forschungszentrum Jülich das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das DLR sowie die Universitäten Bremen, Heidelberg und Wuppertal.

Weiterführende Informationen:
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8):
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-8/DE/Home/home_node.html

Klimaforschung in Jülich:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Forschung/EnergieUmwelt/Klimaforschung/_node.html

Pressemitteilung des Max-Planck-Institutes für Chemie:
http://www.mpic.de/aktuelles/pressemeldungen/news/100000-flugkilometer-durch-den-monsun.html

Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt:
http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-14264/year-all/#/gallery/20022

Ansprechpartner:

PD Dr. Andreas Hofzumahaus
Institut für Energie-und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel. 02461 61-3239,
E-Mail: a.hofzumahaus@fz-juelich.de

Dr. Frank Holland
Institut für Energie-und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel. 02461 61-6078
E-Mail: f.holland@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Erhard Zeiss
Tel. 049 2461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie