Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Kompetenzzentrum zur Erforschung des Klimawandels und seiner Folgen in Tirol eröffnet

11.06.2010
Am gestrigen Abend wurde in Igls bei Innsbruck das neue Kompetenzzentrum zur Erforschung des Klimawandels und seiner Folgen "alpS" eröffnet. Das länderübergreifende Konsortium unter Tiroler Führung wird neue Technologien und Strategien entwickeln, um die Folgen des Klimawandels vor allem in Gebirgsregionen besser beherrschen zu können.

Das Kompetenzzentrum bildet den strukturellen und inhaltlichen Rahmen für vorerst 19 Forschungsprojekte in den Teilbereichen GEO, HYDRO und BIO, die von rund 80 MitarbeiterInnen vorangetrieben werden. Gemeinsam mit 22 Wissenschafts- und über 50 Unternehmenspartnern werden Anpassungstechnologien und -strategien in den wesentlichen Teilbereichen unseres Lebens- und Wirtschaftsraumes entwickelt.

Breites Spektrum
Der Aufgabenbereich des neuen Kompetenzzentrums ist dabei sehr weit gefasst: Einerseits geht es darum, neue Schutzmechanismen gegen Naturgefahren wie Hochwasser, Murenabgänge oder Stürme zu entwickeln. Andererseits sollen mit Hilfe intelligenter Gebäudetechnologien und der Optimierung erneuerbarer Energiequellen Anpassungen bei der Energiebereitstellung und Energienutzung entwickelt werden, die gleichzeitig dazu beitragen, Emissionen zu verringern und damit der Ursache für den Klimawandel zu begegnen. Im Vordergrund aber steht nicht nur die Nachhaltigkeit sondern auch die Vermarktbarkeit der entwickelten Lösungen, getreu dem Leitbild des Zentrums nicht nur die Risiken des Klimawandels zu minimieren, sondern auch seine Chancen in Wert zu setzen. Tirol und die Universität Innsbruck haben hier eine gewisse Vorreiterrolle übernommen, die es nun gilt auszubauen.
Tirol als Forschungslabor
Die Dringlichkeit, sich der vielfachen Herausforderungen des Klimawandels gerade in den besonders verletzlichen Gebirgsregionen zu stellen, wurde von Fördergebern und Politik richtig erkannt. So wird das alpS-Gesamtbudget von 18 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren mit 9 Millionen Euro durch die FFG wie auch durch die Länder Tirol und Vorarlberg kofinanziert. Dass Klimawandel-Anpassung durchaus Marktpotential hat, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Unternehmenspartner u.a. aus dem Ingenieurwesen, dem Finanz-, IT- und Tourismussektor, der Bauwirtschaft, Versorgung und Beratung auf die enge Zusammenarbeit mit der Forschung setzen. Die Vernetzung innerhalb der einzelnen Forschungsbereiche findet am heutigen Tag eine Fortsetzung, wenn ein alpS-interner wissenschaftlicher Workshop stattfinden wird. Mit Partnern aus Deutschland, Italien, Kanada, Liechtenstein, Nepal, Norwegen und der Schweiz kann alpS schon jetzt ein internationales Netzwerk aufweisen.
Reges Interesse
Das Interesse am neuen Kompetenzzentrum alpS und seinen Forschungsansätzen war sehr groß. Der Rektor der Universität Innsbruck Karlheinz Töchterle und Vizerektor Tilmann Märk konnten gemeinsam mit Landesrat Bernhard Tilg und dem Vertreter der beteiligten Bundesministerien Rupert Pichler zirka 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßen. Sie alle ließen sich von den beiden alpS-Zentrumsmanagern Hans Stötter und Eric Veulliet in die interessanten Aspekte des alpS-Forschungsprogramms einweihen. Rolf Weingartner, Professor für Hydrologie an der Universität Bern, betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit der Klimafolgen- und Gebirgsforschung und begründete das damit, dass sich vor allem die Forschungsmodelle aus dem Alpenraum auch sehr gut auf andere Bergregionen dieser Welt anwenden lassen. In diesen Bergregionen oder deren Vorland leben immerhin 26 Prozent der Weltbevölkerung. „Gebirgsforschung ist Zukunftsforschung und daher lohnt es sich hier zu investieren“, erklärte Weingartner, „Innsbruck hat diese große Herausforderung angenommen und baut damit auf eine lange Tradition auf.“

Rückfragehinweis:

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk
Vizerektor für Forschung, 
Universität Innsbruck
Tel: +43 512 507 9010
E-Mail: tilmann.maerk@uibk.ac.at
Dr. Eric Veulliet
alpS-Geschäftsführung
Tel: +43 512-392929-0
E-Mail: info@alps-gmbh.com
Mag. Uwe Steger
Büro für Öffentlichkeitsarbeit, 
Universität Innsbruck
Tel.: +43 512 507-32000
Mobil: +43 664 4236129
E-Mail: uwe.steger@uibk.ac.at

Dr. Christian Flatz | idw
Weitere Informationen:
http://www.alp-s.at

Weitere Berichte zu: Alps Bergregionen Emissionen Energienutzung Gebirgsregionen Klimawandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie