Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein neuer Messpfahl in der Elbmündung ermittelt Umweltdaten für die Küstenforschung

08.05.2012
Das Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht hat im März 2012 gemeinsam mit der Hamburg Port Authority (HPA) einen Messpfahl in der Elbmündung installiert.

Seit Mitte März liefert dieser Pfahl regelmäßig Daten, um die Gewässergüte und den Sedimenttransport zu untersuchen. Die Messungen sind Bestandteil des Küstenbeobachtungssystems COSYNA und können auch zur Verbesserung der Vorhersagen des Sturmflutwarndienstes genutzt werden.

Geprägt durch die Gezeiten verändert die Mündung der Elbe immer wieder ihre Form: Sandbänke werden verlagert und neue Priele entstehen. Auch der Mensch verändert den Fluss: Weite Teile der Elbmarschen sind eingedeicht. Darüber hinaus haben sich durch den Ausbau der Elbe zum Schifffahrtsweg auch Strömungen, Tidenhub und Gewässergüte verändert.

„Die vielen Nutzungsinteressen in der Tideelbe – von Schifffahrt bis Naturschutz – verlangen nach einem gut aufeinander abgestimmten Management. Mit dem neuen Messpfahl erweitern wir die Erfassung und Rekonstruktion aktueller Umweltzustände und die Untersuchungen der langfristigen Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf die Elbe“, erläutert Dr. Rolf Riethmüller, Küstenforscher am Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Von der Elbmündung nach Hamburg und Geesthacht
Die Tideelbe ist nicht nur die seewärtige Zufahrt zum Hamburger Hafen, sondern ein wertvoller und einzigartiger Lebensraum. In dem Satellitenbild ist die Tideelbe von Geesthacht bis Cuxhaven zu sehen. Deutlich sichtbar sind die großen Wattflächen im Mündungsbereich (Bildbearbeitung: Brockmann Consult GmbH © 2003; Originaldaten Landsat 7ETM © Eurimage 2002). Die Tideelbe ist nicht nur die seewärtige Zufahrt zum Hamburger Hafen, sondern ein wertvoller und einzigartiger Lebensraum. In dem Satellitenbild ist die Tideelbe von Geesthacht bis Cuxhaven zu sehen. Deutlich sichtbar sind die großen Wattflächen im Mündungsbereich (Bildbearbeitung: Brockmann Consult GmbH © 2003; Originaldaten Landsat 7ETM © Eurimage 2002).

Der neue Messpfahl steht im Bereich der Elbmündung am Rand des Neufelder Watts. Auf ihm ist eine außergewöhnlich große Vielfalt an Sensoren installiert. Sie liefern Messungen von Wetterdaten über Wasserstand, Strömung und Seegang bis hin zu der Konzentration von Sediment, Phytoplankton und Sauerstoffgehalt.

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht hat den Messpfahl im Rahmen des Küstenbeobachtungssystems COSYNA (Coastal Observation System for Northern and Arctic Seas) errichtet. COSYNA ist ein vom Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht entwickeltes Analysesystem zur Überwachung des küstennahen Bereichs der Nordsee.

Neben Messpfählen nutzen die Geesthachter Wissenschaftler unter anderem Radartechnik, Wellenmessbojen, FerryBoxen, Erdbeobachtungssatelliten und autonom arbeitende Unterwasserfahrzeuge. Die so gewonnenen Beobachtungen werden in Simulationsmodellen verarbeitet, mit deren Hilfe der physikalische, ökologische und biogeochemische Zustand der Nordsee in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung abgeleitet wird. Mit den entwickelten Werkzeugen können beispielsweise Behörden Entscheidungen über Umweltmaßnahmen auf einer verbesserten Datengrundlage treffen.

Die Hamburg Port Authority und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht betreiben den 17 Meter hohen und zwei Tonnen schweren Messpfahl gemeinsam. Sämtliche Daten werden direkt auf die Server der Hamburg Port Authority und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht übertragen und innerhalb einer Viertelstunde im Internet dargestellt und öffentlich zugänglich gemacht.

Zusammen mit dem bestehenden behördlichen Messnetz in der Tideelbe erlaubt die neue Beobachtungsplattform die Erforschung von Zusammenhängen und dynamischen Prozessen im System Tideelbe, vor allem im Hinblick auf Schwebstoff- und Sedimentfrachten. Dieses Wissen ist erforderlich zur Überwachung eben solcher Frachten und wird daher das Spektrum an Möglichkeiten von COSYNA erweitern. Daneben gehen die Daten auch ein in die Verbesserung des von der HPA betriebenen Sturmflutwarndienstes der Stadt Hamburg.

Dr. Torsten Fischer | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.hzg.de/
http://www.hzg.de/public_relations/press_releases/032031/index_0032031.html.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Tonmineral bewässert Erdmantel von innen
20.11.2017 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

nachricht Neue Einblicke in das 2004 Sumatra-Erdbeben
14.11.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt

21.11.2017 | Studien Analysen

Wafer zu Chip: Röntgenblick für weniger Ausschuss

21.11.2017 | Informationstechnologie

Nanopartikel helfen bei Malariadiagnose – neuer Schnelltest in der Entwicklung

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie