Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Lentikulartechnik zur 3D-Kartographie: DFG fördert RUB-Geographen

23.04.2010
Dreidimensionale Karten lassen sich mit Hilfe der so genannten Lentikulartechnik erzeugen.

Dieses Prinzip ist als "Wackelbilder" auf Postkarten oder in der Werbung zwar in seiner Grundform seit langem bekannt, doch mit der jüngsten Entwicklung 3D-fähiger Monitore eröffnen sich neue Anwendungen für die digitale Kartographie.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt untersucht Prof. Dr. Frank Dickmann vom Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum mit Kollegen des Institut für Kartographie der TU Dresden die Potenziale, die sich für die weit verbreiteten themakartographischen Darstellungen (Thematische Karten) ergeben.

Ohne Kopfschmerz

Der entscheidende Vorteil dieser Technik: Der Betrachter von Lentikular-Bildern benötigt keinerlei optische Sehhilfen. Diese autostereoskopische Wiedergabe hebt sich somit von den sonst üblichen Verfahren deutlich ab, die auf die wenig komfortable und zum Teil bei den Nutzern Kopfschmerzen hervorrufende Verwendung von Rot-Grün-, Polarisations- oder Shutterbrillen setzen.

In die dritte Dimension heben

Lentikulare Visualisierungsmethoden bieten die Möglichkeit, Wechselbilder und dreidimensionale Wiedergabe mit kartographischen Inhalten zu verknüpfen. Die Technik zur plastisch differenzierten Wiedergabe räumlicher Sachverhalte kann eingesetzt werden, um unterschiedliche Höhen einer Geländeoberfläche wiederzugeben. Sie ermöglicht zudem auch mehrschichtige Aussagestrukturen, wie sie für Karten charakteristisch sind, erstmals vom Kartengrund "zu lösen" und anschaulich in die Vertikale "anzuheben". Sie sind dann für den dreidimensional sehenden Menschen leichter erkennbar. Dadurch kann das alte kartographische Problem der Überdeckung von Kartenzeichen durch überlagernde Kartenelemente überwunden werden. Beschriftungen oder Diagramme, die für die Aussage thematischer Karten relevant sind, verhindern somit nicht mehr den Blick auf die unterlagernden kartographischen Informationsschichten, z.B. auf Signaturen zur Flächennutzung einer Stadt.

Effizienz prüfen

Mit Hilfe von Vergleichtests soll in dem Projekt erstmals die Effizienz des Informationstransfers, die die Lentikulartechnik in der Kartographie zu leisten vermag, empirisch überprüft und quantifiziert werden. Die zunächst angestrebte Analyse lentikularer Printkarten dient als Grundlage für die in der zweiten Phase des Projekts erfolgende Untersuchung der künftig wichtiger werdenden bildschirmgestützten Visualisierungen durch elektronische autostereoskopische Displays.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Frank Dickmann, Geographisches Institut der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, AG Geomatik, Tel. 0234/32-23379, E-Mail: frank.dickmann@rub.de

Redaktion: Dr. Josef König

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: 3D-Kartographie DFG Kartographie Lentikulartechnik Wiedergabe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik