Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebten uralte Skorpione im Wasser oder an Land?

14.01.2015

Ein Forscherteam vom Royal Ontario Museum Kanada veröffentlichte zusammen mit Jason Dunlop vom Museum für Naturkunde Berlin, in der internationalen Fachzeitschrift Biology Letters den einzigartigen Fund einer Versammlung 430 Millionen Jahre alter Skorpione aus Ontario, Kanada. Besonders sind das Alter und die Menge der Fossilien, aber auch der moderne Bau der Laufbeine.

Seit langem wird diskutiert, ob die ersten Skorpione im Wasser oder auf dem Land lebten. Manche uralten Skorpione hatten spitze, krabbenähnliche Beine und wurden dadurch als reine Meeresbewohner interpretiert. Die Neufunde aus Kanada hatten deutliche ‚Füße‘ und waren damit viel besser für ein Landleben angepasst.

Skorpione sind die ältesten bekannten Spinnentiere, die schon im Zeitalter des Silurs die Erde bevölkerten. Der älteste Fund stammt aus Schottland und ist 438 Millionen Jahre alt. Ein wenig jünger, aber viel besser erhalten, sind einige neu beschriebene 430 Millionen Jahre alte Skorpion- Fossilien aus der Bruce Penninsula in Ontario, Kanada. Eramoscorpius brucensis wurde neulich von einer Forschergruppe aus Kanada und Deutschland beschrieben, und bietet spannende Einblicke in die Anfangsphase der Evolution der Skorpione.

Eine wichtige Frage, die Wissenschaftler seit mehr als einhundert Jahren beschäftigt ist; ob die ältesten Skorpione im Meer oder an Land lebten. Es ist die grundlegende Frage, ob Skorpione eine der ältesten Tiergruppen waren, die den bedeutsamen Schritt vom Leben im Wasser zum Leben auf dem Land geschafft haben.

Einige der uralten Skorpione findet man nur in Meeressedimenten, vergesellschaftet mit fossilen Meerestieren. Manche davon hatten kurze dicke Beine, die in einer spitzen Kralle endeten und damit sehr ähnlich wie die Beine von Krebsen aussahen. Tiere mit dieser Beinanatomie schienen nicht besonders geeignet für ein dauerhaftes Leben auf dem Land.

Eramoscorpius brucensis ist auch sehr alt, besaß aber Beine ähnlich den heutigen Skorpionen. Insbesondere war das letzte Beinglied (der Tarsus) relativ lang und konnte damit als ‚Fuß‘ flach auf dem Boden platziert werden. So ein Körperbau bot dem Spinnentier viel mehr Stabilität und Bewegungsfreiheit auf dem Land und war damit ein wichtiger Fortschritt auf dem Weg zu einem Lebensbereich unabhängig vom Wasser.

Wo genau Eramoscorpius brucensis lebte bleibt unklar. Die Sedimente deuten auf ein Wassertier. Eine Möglichkeit wäre aber auch, dass die Tiere aus dem Wasser kamen um sich zu häuten. Vor rund 430 Mio. Jahren gab es kaum Fressfeinde auf dem Land, die die Skorpione während dieser empfindlichen Lebensphase hätten angreifen können

Veröffentlicht in: Waddington J, Rudkin DM, Dunlop JA. 2015. A new mid-Silurian aquatic scorpion—one step closer to land? Biology Letters 20140815. http://dx.doi.org/10.1098/rsbl.2014.0815

Dr. Gesine Steiner | Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind

27.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen

27.04.2017 | Agrar- Forstwissenschaften