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Innovatives Radarsystem für Küstenplanungen in China eingesetzt

30.10.2013
„SPLASH“ erhebt Messdaten und unterstützt bei Frühwarnsystem

Das rasante wirtschaftliche Wachstum und die zunehmende Bevölkerungsdichte an Chinas Küsten erfordern effiziente, wissenschaftsbasierte Strategien für ein zukunftsfähiges Küstenmanagement.


Antennenanlage des WERA-Küstenradars östlich von Yantai, Bohai See, China.
Foto/Copyright: Kalle Runte FTZ


Visualisierung von Strömungsrichtungen und Strömungsgeschwindigkeiten aus WERA-Radarmessungen vor Yantai.
Abbildung/Copyright: Roberto Mayerle, FTZ

Diesem Problem gehen jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (FTZ) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), des Küstenforschungszentrums Yantai, China, und der Firma Helzel Messtechnik GmbH nach. Gemeinsam entwickeln sie ein Entscheidungshilfesystem zur Küstenraumplanung, welches innovative Meeresmesstechnik, Datenassimilation und Computersimulationen integriert.

Es soll lokalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern eine wissenschaftlich fundierte Hilfestellung für ein nachhaltiges Küstenmanagement der wirtschaftlich intensiv genutzten Shandong-Halbinsel geben. Das Projekt namens „SPLASH“ wird mit zirka 790.000 Euro über drei Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

„Ein Herzstück des Systems ist das Hochfrequenz-Küstenradarsystem WERA, welches jetzt erstmals in China für Forschungszwecke in Betrieb genommen wurde“, erklärt Projektleiter Professor Roberto Mayerle das von der Firma Helzel Messtechnik GmbH (Kaltenkirchen) entwickelte System. Es soll bald in ein weiträumiges „Marine Umwelt-Überwachungsnetzwerk“ integriert werden.

Senden, Empfangen, Verwerten
WERA besteht aus zwei Einheiten von Sende- und Empfängerantennen mit angeschlossener Empfangsstation, die bereits entlang der Küste installiert wurden. Mithilfe numerischer Algorithmen werden die von der Meeresoberfläche rückgestreuten Radarsignale aus einem Bereich von bis zu 200 Kilometern vor der Küste in Informationen über Strömung und Seegang transformiert. Diese werden dann an eine Datenzentrale im Küstenforschungszentrum Yantai weitergeleitet, wo die empfangenen Daten mit zeitgleichen Punktmessungen auf Plausibilität und Genauigkeit überprüft werden. Stimmt alles, dienen die WERA-Daten zur räumlichen Kalibrierung und Verifizierung hochauflösender hydrodynamischer Modelle, die vom FTZ Westküste für die Region um den Golf von Bohai (Gelbes Meer) entwickelt werden.

Kooperation für die Zukunft
Der bisher erfolgreiche zweijährige Projektverlauf und die damit verbundenen Forschungspotenziale ebnen – neben dem aktuell geförderten Projekt „SPLASH“ – den Weg zu einer erweiterten Forschungskooperation mit der Universität Zhejiang, China. Gegenstand ist die Entwicklung eines Küsteninformationssystems für die Region der Hangzhou Bay südlich von Shanghai, die im nationalen chinesischen Entwicklungsplan als künftiges maritimes Wirtschaftszentrum gesehen wird. Mithilfe des Küstenradarsystems WERA können die entstehenden Computermodelle zudem Informationen für ein Frühwarnsystem zur Vorhersage von Wasserstandentwicklungen und Seegang bei Auftreten von Taifunen bereitstellen.

Zum Projekt:
„SPLASH: Entwicklung eines Entscheidungshilfesystems zur nachhaltigen und umweltgerechten Küstenplanung auf der Halbinsel Shandong, China“
Förderkennzeichen: 03F0632A; Projektdauer: 01.11.2011 bis 31.10.2014

Kontakt:
Professor Roberto Mayerle
Telefon: 0431/880-3641 oder 04834/604-200
E-Mail: rmayerle@corelab.uni-kiel.de

Link zur Pressemitteilung:
www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2013-321-ftz-splash

Professor Roberto Mayerle | Uni Kiel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

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