Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hurrikans heute aktiv wie vor 1.000 Jahren

14.08.2009
Ähnlich häufige Sturmaktivität zuletzt im Mittelalter

In den vergangenen Jahrzehnten waren Hurrikans im Atlantik so häufig wie zuletzt im Mittelalter. Zu diesem Schluss kommen Meteorologen der Pennsylvania State University http://www.psu.edu in der Fachzeitschrift "Nature". Die Forscher rekonstruierten die Aktivität der tropischen Wirbelstürme der letzten 1.500 Jahre, um aus der Geschichte Faktoren für die Ausprägung einer starken Hurrikan-Saison zu bestimmen. "Wir befinden uns derzeit auf einem Niveau, das höher als alles Vergleichbare in den letzten 1.000 Jahren ist", sagt Studienautor Michael E. Mann.

Die Forscher suchten in Gesteinsschichten nach Spuren für Hurrikans in den vergangenen 1.500 Jahren, die die Karibikinseln oder den nordamerikanischen Kontinent erreicht haben. Sie werteten acht Zeitreihen aus fünf Untersuchungsorten aus, wofür Sandformationen oder Kieselalgen brauchbare Hinweise lieferten. Die Ergebnisse verglich man mit einem statistischen Computermodell, das die Häufigkeit der tropischen Wirbelstürme aus verfügbaren Messungen zu Oberflächentemperatur, Druckschwankungen und den Klimaphänomenen "El Niño" und seiner Gegenspielerin "La Niña" berechnet. Daten dafür liefern Bohrkerne aus Eis oder Korallen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090612007/ ).

Beide Herangehensweisen führten zu gleichen Ergebnissen. Sie bestätigen eine längere und besonders hohe Hurrikan-Aktivität von 900 bis 1100 n.Chr., deren Ausprägung ähnlich stark oder vielleicht sogar noch stärker als die der letzten Jahrzehnte gewesen sei, so die Forscher.

Gefolgt wurde diese stürmische Epoche allerdings von einer langen Flautezeit. Die Suche nach Auslösern führte zu weiteren Belegen für die Annahme, dass die Kombination des sogenannten "La Niña"-Ereignisses und die erhöhten Oberflächentemperaturen des Ozeans zu dieser Zuspitzung geführt haben.

"Die Stärke einer Hurrikan-Saison im Atlantik ist eng mit der Oberflächentemperatur des Meeres verknüpft. Ein wärmeres Meer führt zu mehr Verdunstung, was wiederum den Wirbelstürme Kraft und Intensität gibt", erklärt Christian Ortner, Meteorologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik http://www.zamg.ac.at im pressetext-Interview. Steige infolge der Erderwärmung im Sommer die Wassertemperatur des Atlantiks weiter an, so bedeute das auch ein höheres Hurrikan-Risiko. Starke Wirbelstürme habe es im Laufe des letzten Jahrhunderts immer wieder gegeben, zugenommen habe jedoch zuletzt die Häufigkeit ihrer Auftreten, berichtet der Meteorologe.

Die Hurrikan-Saison 2009 beginnt demnächst. "Wir stehen erst gerade am Beginn der Saison. Bisher kam es zwar zu einigen starken Tiefs im Atlantik, die jedoch nicht für die Ausbildung von großen Hurrikans reichte", so Ortner. Im September, wenn die maximale Meerestemperatur erreicht sei, steige das Risiko für tropische Wirbelstürme. Klassischer Geburtsort der Atlantik-Hurrikans ist die westafrikanische Küste, von wo aus sie Kurs auf den Golf von Mexiko nehmen und dort an Energie gewinnen. Drehen sie nicht wie gewöhnlich wieder Richtung Atlantik ab, werden sie dem Süden der USA zur Bedrohung, was mit besonderer Stärke im Rekordjahr 2005 mit "Katrina" und "Rita" der Fall war. "Hurrikans bilden sich auch im Pazifik, werden jedoch aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte kaum von den Medien wahrgenommen", so der Wiener Meteorologe.

Video zum Interview mit Studienautor Michael Mann unter http://www.nsf.gov/news/news_videos.jsp?cntn_id=115424&media_id=65500&org=NSF

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.psu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

Junge Physiologen Tagen in Jena

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

25.09.2017 | Messenachrichten

Fraunhofer ISE steigert Weltrekord für multikristalline Siliciumsolarzelle auf 22,3 Prozent

25.09.2017 | Energie und Elektrotechnik

Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte

25.09.2017 | Medizin Gesundheit