Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gletscherschmelze und ihre Folgen: Verbundprojekt zu Gesteinsbewegungen in den Alpen

03.11.2011
Welche Auswirkungen die rasch voranschreitende Gletscherschmelze in den Alpen auf die Bewegung von Gesteinsmassen hat, untersuchen deutsche und österreichische Wissenschaftler in einem Verbundprojekt, das vom Lehrstuhl für Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) koordiniert wird. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch der Identifizierung möglicher Naturgefahren und der weiteren Entwicklung des Untersuchungsgebietes in Österreich dienen.

Das zunächst für zwei Jahre bewilligte Projekt „Hochaufgelöste Messungen der Geomorphodynamik in sich schnell verändernden proglazialen Systemen der Alpen (PROSA)“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem österreichischen Wissenschaftsfonds FWF mit rund einer Million Euro gefördert; darin enthalten sind mehr als 300.000 Euro für Teilprojekte der KU.

Die beteiligten Forscher wollen die Auswirkungen der aktuell rasch voranschreitenden Gletscherschmelze in den Alpen auf die Erdoberfläche durch Abtragung, Transport und Ablagerung von Gesteinsmaterial untersuchen. Muren, Felsstürze und Hochwasserereignisse sind nur einige der möglichen Folgen, die sich in diesen hochalpinen Systemen infolge der aktuellen Klimaerwärmung entwickeln oder verstärken können. Mit dem Forschungsprojekt sollen daher die Systemzusammenhänge und die Systemveränderungen in den Hochlagen der Alpen in Folge der deutlich sichtbaren Veränderungen im glazialen System aus den Perspektiven verschiedener Fachdisziplinen erforscht werden.

An dem Projekt arbeiten außer Geographen auch Ingenieurgeologen, Glaziologen, Geodäten und Geophysiker mit. Neben der federführenden Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sind in Deutschland die Universitäten in Halle, Erlangen und München (TUM) sowie in Österreich die Universitäten Innsbruck und Wien (Techn. Univ.) in unterschiedlichen Teilprojekten beteiligt. Die Physische Geographie in Eichstätt bearbeitet selbst in zwei Teilprojekten insbesondere die Veränderungen der Geländeoberfläche im unmittelbaren Gletschervorfeld und die modellgestützte Übertragung der Ergebnisse aller Teilprojekte auf das Gesamtgebiet. Hierbei spielen hochauflösende und -genaue Vermessungsmethoden im Gelände sowie Simulationsmodelle die Hauptrolle. Außerdem ist die Eichstätter Arbeitsgruppe für die Gesamtkoordination des Paketantrags verantwortlich.

Als Untersuchungsgebiet wurde von den Projektpartnern das in den Zentralalpen gelegene Kaunertal mit dem Gepatschferner und dem Weißseeferner ausgewählt. Die Gletscher des Tales gehören zu den größten Eismassen der Alpen. Glaziologische Untersuchungen der letzten Jahre zeigen extrem starke Veränderungen der Eisausdehnung in diesem Tal, welches zudem in Teilen sehr intensiv durch Gletscherskigebiete und durch Wasserkraftnutzung geprägt ist.

Hinweis an Medienvertreter: Für Nachfragen zu diesem Projekt steht Ihnen Prof. Dr. Michael Becht (Lehrstuhl für Physische Geographie, michael.becht@ku-eichstaett.de; Tel. 08421/93-1302) zur Verfügung.

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku-eichstaett.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise