Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GEOFLOW II bleibt weitere drei Monate auf der ISS

19.07.2011
Das Cottbuser Grundlagenexperiment zur Strömungsforschung Geoflow II darf jetzt weitere drei Monate auf der Internationalen Raumstation (ISS) bleiben, nachdem es am 16. Februar 2011 mit einer Ariane 5 Rakete gestartet wurde und seit März 2011 Daten an die BTU Cottbus sendet.

Ursprünglich sollte Geoflow II bis Ende Juni 2011 laufen und dann mit verschiedenen anderen Geräten des Fluid Science Labors mit dem letzten Shuttle zur Erde zurückgebracht werden. Aufgrund einer internen Umplanung bei ESA und weil Geoflow so erfolgreich Daten liefert, wurde diese Verlängerung möglich.

„Uns freut dies aus mehreren Gründen“, sagt Prof. Dr. Christoph Egbers vom Lehrstuhl Aerodynamik und Strömungslehre. „Wir können nun zusätzliche drei Monate Experimente durchführen bis Ende September, das ist fast eine Verdoppelung unserer Experimentierzeit. Weiterhin können wir eine weitere Diagnostik nutzen, um die Bilddaten besser auswerten zu können.“

Die Versuchsreihe von Geoflow II im Fluid Science Labor des Weltraumraumlabors Columbus sendet seit 22. März kontinuierlich Daten an die BTU Cottbus. Seit diesem Tag sind fast 15 Gigabytes an Daten am Lehrstuhl angekommen und verarbeitet worden. Der Lehrstuhl Aerodynamik und Strömungslehre hat in seiner Bodenstation einen 24-Stunden-Schichtbetrieb aufgebaut, der Ende Juni 2011 enden sollte. Die eigentliche wissenschaftliche Auswertung wird in diesem Herbst beginnen und voraussichtlich das ganze nächste Jahr in Anspruch nehmen.

Hintergrund
Das Modell, das Prof. Christoph Egbers und sein Team für das Experiment im Weltall konzipiert haben, bildet eine Art Mini-Erde nach. Der Container, in dem sich dieses Modell befindet, hat die Größe eines Schuhkartons. Geoflow II soll die Strömungen im Erdmantel simulieren und Prozesse wie Magma-Strömungen oder die Entstehung von Vulkanen besser verstehen helfen. Dazu wurde eine Flüssigkeit, die sich ähnlich wie Honig verhält, zwischen zwei unterschiedlich warmen Kugeln eingefüllt. Diese Kugeln werden unterschiedlich stark erwärmt, durch elektrische Hochspannung entsteht eine »künstliche Gravitation« und durch die Rotation werden sie bewegt. Eine Kamera fotografiert die Strömungsmuster, die sich in der Flüssigkeit aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen bilden

2008 startete der Vorgänger von Geoflow II schon einmal zur ISS, welches die Strömungen im äußeren flüssigen Erdkern untersuchte. Das Modell war ähnlich aufgebaut, doch als Flüssigkeit wurde ein dünnflüssiges Silikonöl verwendet. Die Untersuchungen richteten sich dabei auf Konvektionen im flüssigen Erdkern, die aufgrund von Änderungen der Strömungsrichtung möglicherweise in Zusammenhang mit Veränderungen im Magnetfeld der Erde stehen.

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) fördert die an der BTU Cottbus dazu laufenden deutschen Untersuchungen.

Katrin Juntke | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Berichte zu: Aerodynamik BTU Erdkern Flüssigkeit GEOFLOW ISS Strömung Strömungslehre fluid dynamics

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics