Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsschiff SOLEA: 700 Reisen für die die Wissenschaft

25.02.2015

Forschungsschiff SOLEA befährt seit über 10 Jahren Nord- und Ostsee

Die meiste Zeit des Jahres durchpflügt sie die See, doch die jetzige Reise der SOLEA ist etwas Besonderes: Zum 700. Mal ist das zweitgrößte deutsche Fischereiforschungsschiff in wissenschaftlicher Mission unterwegs. Vom 24. Februar bis zum 14. März arbeitet sie in der Ostsee, um die Bestände von bodennah lebenden Fischen, vor allem Dorsch und Plattfischen, zu untersuchen.


Fischereiforschungsschiff SOLEA

(C. Zimmermann/Thünen-Institut)


An Deck der SOLEA: Die Hydrografie-Sonde an der Bordkante steht zum Einsatz bereit

(C. Zimmermann/Thünen-Institut)

Alljährlich im Frühjahr führen Forscher des Thünen-Instituts für Ostseefischerei mit der SOLEA dieses knapp vierwöchige Monitoring-Programm durch. An den Untersuchungen nehmen auch andere Ostsee-Anrainerstaaten mit ihren Schiffen teil. Über die Jahre ergeben sich so umfassende Zeitreihen zur Bestandsentwicklung dieser wichtigen Speisefische, die letztlich in die jährlich neu festgesetzten Fangquoten eingehen.

2004 lief die SOLEA vom Stapel und ersetzte damals das deutlich kleinere Vorgängerschiff gleichen Namens, das 30 Jahre im Dienst der Forschung war. Mit einer Länge von rund 42 Metern und einer Breite von 10 Metern ist sie vor allem für die Gebiete der Kleinen Hochseefischerei in Nord- und Ostsee ausgelegt. Das Schiff wurde so konzipiert, dass es beim Fahrbetrieb möglichst wenig Geräusche unter Wasser verursacht:

„Die SOLEA ist das leiseste Schiff seiner Klasse und daher besonders gut für die akustische Aufnahme kleiner Schwarmfische mit Forschungs-Echoloten geeignet“, sagt Dr. Gerd Kraus, Leiter des Thünen-Instituts für Seefischerei in Hamburg. Verschiedenste Netztypen lassen sich von der SOLEA aus einsetzen, zudem stehen den Wissenschaftlern an Bord vier Laboratorien zur Verfügung.

Besonders gefeiert wird die jetzige Jubiläumsfahrt nicht. „Die Reisen sind für die Besatzung und die Wissenschaftler harte Arbeit. Schiffszeit ist teuer, deshalb sind die Programme immer sehr voll gepackt. Auch bei rauer See wird soweit es geht durchgearbeitet“, sagt Kraus. „Trotzdem freuen wir uns natürlich über solche runden Zahlen. Zeigen sie doch, dass wir mit unseren Schiffen über sehr zuverlässige und langlebige Arbeitsmaterialien verfügen.“

Mehr als zwei Dutzend Monitoring-Programme führen die Thünen-Forscher regelmäßig in der Nordsee, der Ostsee und dem Nordatlantik durch. Dabei geht es um Bestandserhebungen verschiedener Fischarten, um den Gesundheitszustand von Fischen und um Veränderungen des Ökosystems. Für ihre Untersuchungen stehen den Wissenschaftlern drei Forschungsschiffe zur Verfügung, die sich in Bauart und Größe unterscheiden.

Neben der SOLEA sind es die hochseetaugliche WALTHER HERWIG III, die für bestimmte Fragestellungen auch in grönländischen Gewässern oder der Sargassosee operiert, und die kleinere CLUPEA, die mit ihrem geringem Tiefgang in flachen Meeresregionen wie den Boddengebieten der Ostsee eingesetzt werden kann.

Infobox SOLEA
Schiffstyp: über Heck fangender Hochseekutter
Heimathafen: Cuxhaven
Indienststellung: 2004
Besatzung: 14 Personen
Wissenschaft: 7 Personen
Intern. Rufzeichen: DBFH
Seetage pro Jahr: rund 270

Weitere Informationen:

http://www.ti.bund.de/de/infrastruktur/forschungsschiffe/ - Nähere Infos zu den Forschungsschiffen

Dr. Michael Welling | Thünen-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert
27.03.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kontinentalrand mit Leckage

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das anwachsende Ende der Ordnung

27.03.2017 | Physik Astronomie

Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert

27.03.2017 | Geowissenschaften