Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erholung der Artenvielfalt nach dem großen Dino-Sterben

17.07.2014

Ein desaströser Meteoriteneinschlag am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren machte nicht nur den riesigen landbewohnenden Dinosauriern den Garaus – auch die Artenvielfalt im Meer erlitt heftige Einbußen.

Paläontologen des Museums für Naturkunde Berlin untersuchten anhand von versteinerten Muscheln und Schnecken aus Patagonien, wie sich marine Ökosysteme von diesem Schock erholten.


Die fossile patagonische Meeresmuschel Meretrix chalcedonica überlebte das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit. Zunächst selten, wurde sie nach dem Aussterbeereignis sehr häufig.

Dr. Martin Aberhahn

Noch Millionen Jahre nach dem Artensterben waren die Lebensgemeinschaften im Meer stark von Überlebenden der Katastrophe geprägt.

"Wir waren überrascht, dass über einen solch langen Zeitraum nur sehr wenige neue Gattungen entstanden oder aus anderen Gebieten nach Patagonien eingewandert sind", sagte der Hauptautor der Studie, Dr. Martin Aberhan vom Berliner Naturkundemuseum.

Das weitgehende Ausbleiben von Neuentwicklungen und ein Mangel an Einwanderern sind für die langfristig erniedrigte Artenvielfalt und verzögerte Erholung verantwortlich.

"Vermutlich fungierten die Überlebenden wie Platzhirsche, die durch ihre Präsenz und Ressourcennutzung eine erfolgreiche Etablierung neuer Gattungen erschwerten."

Und noch etwas fällt auf: Die überlebenden Tierarten, die nach dem Massenaussterben am häufigsten vorkamen, waren zuvor meistens selten. Erst nachdem die dominanten Arten am Ende der Kreidezeit ausstarben und somit viele Wettbewerber um Raum und Nahrung fehlten, konnten diese ehemals seltenen Arten aufblühen.

"Das waren die Gewinner der Krise", so Aberhan. "Derartige, lange anhaltende Häufigkeitsschwenks nach Umweltkatastrophen sind wohl weiter verbreitet als bisher angenommen und könnten auch in der aktuellen Diversitätskrise eine Rolle spielen."

Veröffentlicht in: Aberhan, M. & Kiessling, W. 2014. Rebuilding biodiversity of Patagonian marine molluscs after the end-Cretaceous mass extinction. Plos One (doi: 10.1371/journal.pone.0102629).

Weitere Informationen:

http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Patagonien/ - Fotodownload als .tif
http://www.naturkundemuseum-berlin.de/presse/pressemitteilungen-2014/2014/patago... - Pressemitteilung auf der Webseite des Museums für Naturkunde

Dr. Gesine Steiner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weniger Sauerstoff – ist Humboldts Nährstoffspritze in Gefahr?
17.03.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie