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Durchstarten mit CALMARO - Kieler Meeresforscher kombinieren zukunftsweisende Forschung mit gezielter Nachwuchsförderung

30.09.2008
Ein Netzwerk aus 13 Forschungseinrichtungen und vier Privatunternehmen in acht Nationen, 2,7 Millionen Euro Förderung von der EU sowie drängende Fragen zur Zukunft mariner Ökosysteme - das sind die Eckdaten eines Förderprogramms für NachwuchswissenschaftlerInnen namens CALMARO. Es startet am 1. Oktober 2008. Koordinator ist das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

Kalk ist einer der wichtigsten Baustoffe der Natur. Die Knochen des Menschen, das Skelett von Fischen, die Schalen von Muscheln, ganze Korallenriffe - sie alle bestehen aus Kalk. Die Fähigkeit, Kalk zu bilden, ist für viele Organismen also lebenswichtig.

Sich verändernde Umweltbedingungen - steigende Temperaturen oder eine Versauerung der Ozeane aufgrund steigender CO2-Werte - können diese Fähigkeit beeinträchtigen. Welche Folgen das für die Okösysteme im Meer haben wird, damit beschäftigt sich ab dem 1. Oktober das internationale Forschungsnetzwerk CALMARO (Calcification by Marine Organisms). "Gleichzeitig bietet das Netzwerk Nachwuchswissenschaftlern eine Basis für einen erfolgreichen Karrierestart dank der international vernetzter Ausbildung", betont Dr. Nicole Schmidt vom IFM-GEOMAR, die das Projekt koordiniert.

Zwölf junge Biologen, Chemiker und Geowissenschaftler aus acht Nationen, die meisten davon Doktoranden, untersuchen vier Jahre lang die Kalkbildung bei Meeresbewohnern und deren Abhängigkeit von Umweltbedingungen. Jeweils zwei etablierte Wissenschaftler aus dem CALMARO-Netzwerk betreuen die Arbeit eines Nachwuchsforschers. "Die Betreuer kommen immer aus einem anderen Land als der Nachwuchs. So lernen die jungen Forscher und Forscherinnen gleich mehrere Institute kennen", erklärt die Projektkoordinatorin. Zusätzlich stellt CALMARO den Teilnehmern Geld für weitere Forschungsreisen - auch zu Einrichtungen außerhalb des Netzwerkes - zur Verfügung. Regelmäßige Tagungen zu speziellen Themen und jährliche Treffen aller Teilnehmer vertiefen die Kontakte und sorgen für weiteren Wissensaustausch.

Eine Besonderheit des Projektes ist zudem die Zusammenarbeit mit vier mittelständischen Privatunternehmen. Bei einer Austernzucht in Frankreich, einer Aquafarm in Norwegen sowie zwei Firmen in Deutschland, die sich mit Küsten-Consulting und der Herstellung von CO2-Analysegeräten beschäftigen, erleben die jungen Wissenschaftler die praktische Umsetzung von Forschung. "So lernen die Teilnehmer, dass ein akademisch spannendes Thema auch eine große praktische Bedeutung für die Zukunft hat", so Dr. Schmidt.

CALMARO ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Die Europäische Gemeinschaft fördert das Projekt mit insgesamt 2,7 Millionen Euro. Neben dem IFM-GEOMAR als Koordinator ist auch die Integrated School of Ocean Sciences (ISOS) des Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" an der Organisation der Trainingsmaßnahmen beteiligt.

Zusatzinformationen
Folgende wissenschaftliche Institutionen bilden das CALMARO-Netzwerk: Das Leibniz Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel, die Universität Bergen (Norwegen), die Universität Southampton (Großbritannien), das National Oceanographic Centre Southampton (Großbritannien), das Niederländische Institut für Ökologie (Yerseke, Niederlande), die Universität Paris-Süd XI (Orsay, Frankreich), das Alfred-Wegener-Institut für Polar und Meeresforschung Bremerhaven, das Zentrum für Marine Tropenökologie (Bremen), das Nationale Institut für Meeresforschung Ifremer (Frankreich), die Technische Universität Graz, das Phuket Marine Biological Center (Phuket, Thailand), The Marine Biological Association (Plymouth, Großbritannien), The Hebrew University of Jerusalem (Israel)
Ansprechpartner
Dr. Nicole Schmidt, Tel. 0431 - 600 2803, nschmidt@ifm-geomar.de
Jan Steffen (Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 - 600 2811,
jsteffen@ifm-geomar.de

Dr. Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.calmaro.eu
http://www.ifm-geomar.de

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