Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderung des Klimawandels

10.12.2007
Kieler Meereswissenschaftler fordert den Aufbau eines Klimainformationssystems

In einem heute veröffentlichten Kommentar der neuen Fachzeitschrift Nature Geosciences plädiert der Kieler Ozeanograph und stellvertretender Direktor des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), Prof. Dr. Martin Visbeck, für die Schaffung eines Netzwerks von Klimainformationszentren, um insbesondere auf regionaler Ebene aussagekräftige Daten für Entscheidungsträger zur Verfügung stellen zu können.

Wird der Meeresspiegel in Kiel stärker als im globalen Mittel steigen? Schwächt sich der Golfstrom bereits ab? Wie viel CO2 hat der Ozean in den letzten 5 Jahren aufgenommen? Solche und ähnliche Fragen zu regionalen und episodischen Klimaschwankungen und -trends gibt es viele. "Die gegenwärtige Frequenz von 5-6 Jahren, in der die Klimazustandsberichte des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) veröffentlicht werden, ist nicht ausreichend, um diese Fragen adäquat zu beantworten", so der Kieler Ozeanograph Prof. Martin Visbeck, vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Visbeck, seit kurzem auch Sprecher des Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft", plädiert deshalb für den Aufbau von nationalen "Klimainformationszentren" die in enger Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern die für sie notwendigen Informationen bereitstellt.

"Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen in diesem Jahrhundert", argumentiert Visbeck. "Wir werden uns in den nächsten Jahrzehnten an die Veränderungen anpassen müssen, dafür benötigen wir zuverlässige Daten und Bewertungen auf regionaler Skala." Globale Beobachtungssysteme liefern die Basisinformation für den Klimaservice. Der "Verbraucher", so Visbeck, könnte dort zentral alle die für ihn notwendigen Klimainformationen abrufen. Als Beispiel nennt Visbeck das "Klimaatportaal" (http://www.klimaatportaal.nl/) der Niederlande, wo ein solcher Service schon im Aufbau ist. Auch in Deutschland soll in den kommenden Jahren ein "Climate Service Center" entstehen. "In Kiel werden wir mit dem Aufbau des 'Kiel Earth Instituts' einen Beitrag dazu leisten", so Visbeck weiter, "in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Weltwirtschaft werden wir den Wissenstransfer von der Forschung zu den Entscheidungsträgern beschleunigen."

Visbeck hofft, dass der IPCC mit dem Aufbau eines weltweiten Klimaservicenetz von den operative Aspekten entlastet wird und sich damit stärker auf die Bewertung von neuen Erkenntnissen in Bezug auf globale Aspekte des Klimawandels konzentrieren kann. Damit könnte man umfassende Klimaberichte, die mit einem ernormen personellen Aufwand erstellt werden, weniger häufig, in einem etwa10-jährigen Turnus, erarbeiten.

Dr. Andreas Villwock | idw
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/ngeo
http://www.klimaatportaal.nl/
http://www.ipcc.ch

Weitere Berichte zu: Klimawandel Meereswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik