Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Institut für Endlagerforschung plant Sicherheitsbericht

07.11.2007
Das bundesweit einmalige Institut für Endlagerforschung der Technischen Universität Clausthal ist am Netz. Im Rahmen einer Feierstunde ist an der neuen Einrichtung, die sich insbesondere mit radioaktiven Abfällen beschäftigt, am Anfang dieser Woche mit der Lehre begonnen worden.

"Mit dem neuen Institut ist auch das Bestreben verbunden, aus der Erstarrung, die wir in der deutschen Endlagerdebatte haben, herauszukommen", sagte Professor Klaus-Jürgen Röhlig. In seiner Antrittsvorlesung redete er über "Langzeitsicherheit von Endlagersystemen" und machte deutlich: "In Deutschland fehlt ein zusammenfassender Sicherheitsbericht, der Auskunft über das bisher Erreichte und über offene Fragen gibt."

"Der radioaktive Abfall muss irgendwo abschließend gelagert werden." Dies hatte Dr. Josef Lange, Staatssekretär im Landeswissenschaftsministerium, zuvor auf der Veranstaltung vor rund 100 Gästen in der Clausthaler Aula herausgestellt. "Die sichere Abfalllagerung über sehr lange Zeiträume muss dabei höchste Priorität genießen. Darin sollten sich Befürworter und Gegner der Kernenergie einig sein."

Mit dem neuen Institut, das von Professor Kurt Mengel geleitet wird, bündelt die TU Clausthal ein über Jahrzehnte gewachsenes Know-how auf dem Gebiet der Endlagerforschung. Darin enthalten ist das neue Fachgebiet Endlagersysteme von Klaus-Jürgen Röhlig, das als Stiftungsprofessur für sieben Jahre von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) finanziert wird. Deren Sprecher der Geschäftsführung, Diplom-Ingenieur Holger Bröskamp, sagte: "Es ist richtig, dieses Institut in Niedersachsen anzusiedeln, weil das Land mit Asse, Schacht Konrad und Gorleben fast alle Endlagerstandorte beheimatet." Vor dem Hintergrund anders lautender Presseberichte bekräftigte Staatssekretär Lange, dass das Institut "in der garantierten Freiheit von Forschung und Lehre" seine Arbeit aufnimmt.

Neben ihrer Forschungstätigkeit bietet die neue Einrichtung den weltweit einzigartigen Studiengang "Management radioaktiver und umweltgefährdender Abfälle" an. Diplom-Ingenieur Michael Sailer, stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts, würdigte die Entwicklung: "Wir brauchen eine Ausbildungsstätte, wir brauchen Nachwuchs, der einen kritischen scharfen Blick hat. Sonst bekommen wir in ein paar Jahren einen technologischen Fadenriss."

Das neue Institut, das entscheidend zur Entwicklung des Profils in der Energieforschung am Standort Clausthal beiträgt, will die Ausbildung auch international angehen. So stellte Professor Mengel eine bevorstehende Zusammenarbeit in der Lehre mit den Universitäten aus Prag, Madrid und Nancy vor. Ziel für die Zukunft sei es, im Rahmen dieser vier Hochschulen einen zusätzlichen Qualitätsnachweis für Studierende anzubieten.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Berichte zu: Endlagerforschung Sicherheitsbericht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neue Einblicke in das 2004 Sumatra-Erdbeben
14.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Folgen des Klimawandels: Oder warum wird das Wasser unter Borkum überwacht?
14.11.2017 | Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte