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Die Raumfahrtinitiative Berlin Brandenburg (RiBB) gratuliert dem Kleinsatelliten DLR "BIRD" zu seinem fünften Geburtstag im Weltraum. Der DLR BIRD (Bispectral Infra-Red Detection) stellt ein weltweit einzigartiges System zur Waldbrand- und Hotspot-Detektion dar. Obwohl ursprünglich nur für ein Jahr Lebensdauer ausgelegt, erfüllt der unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin Adlershof entwickelte 92 Kilogramm schwere Kleinsatellit bereits seit seinem Start am 22.Oktober 2001 erfolgreich seinen Dienst. Projektleiter war bis 2003 Prof. K. Brieß (jetzt Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin) und seitdem ist es Dr. Ekkehard Lorenz vom DLR Berlin-Adlershof.
"Mit BIRD wurde nicht nur eine neue Generation von Infrarotsensoren im Weltraum erfolgreich erprobt sowie völlig neue Daten der Fernerkundung von Feuer und Festland gewonnen, außerdem konnten neue Technologien für Kleinsatelliten demonstriert werden", erklärt Projektleiter Dr. Lorenz.
Angespornt von den Erfolgen der Berliner Kleinsatellitenindustrie, die neben dem DLR BIRD seit 1991 bereits sechs Satelliten der TUBSat-Serie erfolgreich entwickelt und gestartet hat, präsentierte sich auf der Internationalen Luft und Raumfahrtausstellung 2006 (ILA 2006) die "Raumfahrtinitiative Berlin Brandenburg" das erste Mal der Öffentlichkeit. In ihr organisieren sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Berliner und Brandenburger Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit einem Raumfahrtfokus. Mittelfristiges Ziel der RiBB ist die Einrichtung eines Integrationszentrums für Kleinsatelliten in Berlin mit flankierenden FuE- und Anwendungsprojekten.
Mit dem Kick-off Meeting am 30. Oktober 2006 in Berlin startete das mit GA-Mitteln des ko-finanzierte Innovationsnetzwerk RiBB offiziell. Der FAV stellt den Innovationsmanager der RiBB, der in enger Kooperation mit den Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Technologieprojekte vorbereitet, Arbeitskreise sowie Konferenzen und die Abstimmung mit anderen Raumfahrtregionen wie Bremen und Bayern sicherstellt. Die RiBB umfasst zunächst fünf KMU, das DLR in Berlin-Adlershof, die Technische Universität Berlin und die Brandenburgisch-Technische Universität Cottbus sowie das Fraunhofer-Institut FIRST. Damit beginnt eine neue Phase der Kooperation im Bereich Kleinsatelliten in der Hauptstadtregion.
"Die Miniaturisierung erschließt neue, preisgünstigere Anwendungsfelder in der Erdbeobachtung für Verkehr und Mobilität", formuliert Wolfgang H. Steinicke vom Kompetenzfeldmanager TSB FAV die wirtschaftliche Zielsetzung der RiBB. Der Bedarf an kurzfristig und kostengünstig zu implementierenden Sensorsystemen wächst weltweit. Als Sensorplattform bieten sich Kleinsatelliten an, die schnell und kostengünstig in den Orbit gebracht werden können. Diese Prämissen soll die Raumfahrtinitiative in ihrer Arbeit reflektieren.
"Unsere Ziel ist es, einmal mit vielen kleinen Satelliten einen großen ersetzen zu können. Und das zu einem Bruchteil der Kosten", beschreibt Prof. K. Brieß, Leiter des Fachgebietes Raumfahrttechnik der TU Berlin, die Motivation zur Miniaturisierung. Die Startkosten für Satelliten liegen heute zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Kilogramm. Aufgrund des geringen Gewichts und des einheitlichen Formates können gleich mehrere kleine "Pico-Satelliten" - von der Größe eines Würfels mit 10 Zentimeter Kantenlänge - bei einem Raketenstart in den Orbit gebracht werden. Die Aufgaben der Kleinsatelliten in Erdumlaufbahnen zwischen 400 bis 900 Kilometer Höhe sind vielseitig: Sie reichen von der Umweltbeobachtung, der Ereignisdetektion auf der Erdoberfläche (z. B. von Großbränden, Überflutungen, Wetterphänomenen, Erdbeben/Tsunamis) bis zur Telekommunikation und spezifischen wissenschaftlichen Fragestellungen.
"Durch Verbundforschungsprojekte mit der regionalen Industrie können wir uns im weltweiten Wettbewerb sowohl in der Forschung als auch im Industrietransfer der Ergebnisse ganz vorn positionieren", betont Prof. K. Brieß den Nutzen der Kooperation mit der Wirtschaft.
"Die Kleinsatelliten sind heute längst aus den Hochschulen hinausgewachsen", sagt Michael Scheiding, Geschäftsführer des Adlershofer Unternehmens Astro- und Feinwerktechnik mit heute 38 Beschäftigten. Scheidings Firma war an der Realisierung von "BIRD" maßgeblich beteiligt und ist Gründungsmitglied der RiBB: "Wir haben die Drallräder für BIRD gefertigt und konnten aus diesem Projekt viel lernen", so der Astrofein-Chef.
Frauke Nippel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.technologiestiftung-berlin.de
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