Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eisiges Geheimnis der Blitze gelöst

28.09.2006
Zehn Mal mehr Blitze über Landmassen als am Meer

Millionen Wolken hat das Forscherteam um Walt Petersen von der University of Alabama in Huntsville untersucht, um einer drängenden Frage auf die Spur zu kommen: Warum die Blitzaktivität über dem Festland deutlich höher ist als über dem Meer. Die Antwort darauf ist allerdings sehr einfach, weil es keine gibt, außer, dass die Zahl der Eiskristalle, die für Blitze verantwortlich sind, über dem Festland deutlich geringer ist, als über dem Meer, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Die Experten nehmen an, dass Blitze das Resultat eines Ladungstransfers zwischen Eiskristallen in Wolken sind. Erst kürzlich haben nämlich Untersuchungen gezeigt, dass die Blitzaktivität über dem Festland zehn Mal höher ist, als über den Ozeanen. Das machte die Forscher stutzig, da sie sich nicht erklären konnten, warum der Ort eines Gewitters davon abhängt, ob es blitzt oder nicht. Um dies herauszufinden hatte das Team um Petersen Daten vom NASA-Satelliten TRIMM (=Tropical Rainfall Measuring Mission) analysiert. TRIMM hat nämlich sowohl die Blitze aufgezeichnet als auch die Menge der Eiskristalle in den Wolken.

Die Forscher konnten anhand der Aufzeichnungen deutlich feststellen, dass die Wolken, die annähernd die selbe Menge an Eiskristallen aufwiesen, auch ähnlich große Blitzaktivitäten zeigten - und zwar egal ob über den Kontinenten oder über Ozeanen. "Wir haben uns erwartet, dass wir große Unterschiede feststellen werden. Darum hat uns das Ergebnis sehr erstaunt", so Petersen. Deutlich wurde anhand der Untersuchungen auch, dass die Wolken über Kontinenten wesentlich mehr Eiskristalle enthielten, als jene über dem offenen Meer.

Zudem konnte das Forscherteam auch feststellen, dass die Anzahl der Eiskristalle deutliche Rückschlüsse auf die Regenmenge zuließ. Das heißt: je mehr Eis, desto mehr Niederschlag. "Derzeit sagen wir das Wetter vorher, ohne jedoch genau zu wissen, was in den Wolken selbst passiert", kritisiert der Forscher. "Nun kann man unter einer Regenwolke stehen, die Blitze zählen und vorhersagen, wie groß die Niederschlagsmenge sein wird."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uah.edu

Weitere Berichte zu: Blitzaktivität Blitze Eiskristal Festland

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics