Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bonner Wissenschaftler erforschen Klima in Westafrika

22.08.2006
Des einen Freud' ist des anderen Leid: Wenn die Wetterkarte für Westafrika Regen meldet, ist das ein Grund zur Freude. Denn in der Sahelzone kann es auch ganz anders aussehen. Die Region zählt zu den trockensten Gebieten der Erde und gelangte durch die katastrophalen Dürreperioden der 1970-er bis 1980-er Jahre zu trauriger Berühmtheit. Das EU-Forschungsvorhaben AMMA geht unter der Beteiligung von Wissenschaftlern des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn den Ursachen der Klimaschwankungen in der Region auf den Grund.

Der Regen, der in Westafrika in manchen Jahren in sehr großen Mengen, in anderen Jahren fast gar nicht fällt, wird durch den Monsunwind gesteuert. Dieser treibt von Juni bis September feuchte Luftmassen in das Innere des afrikanischen Kontinents hinein. Zwar ist Regen grundsätzlich gut für die Landwirtschaft, er bringt aber auch Stechmücken und Malaria mit sich. Außerdem haben Forscher festgestellt, dass sich mit dem Monsunwind einhergehende Gewitterstürme in Westafrika in ihrem weiteren Verlauf über dem Atlantik zu Hurrikans entwickeln können, die dann insbesondere an der Südwestküste der USA verheerende Schäden hervorrufen.

Das von der EU in ihrem 6. Rahmenprogramm geförderte Forschungsvorhaben "Afrikanische Monsun Multidisziplinäre Analyse", kurz: AMMA (https://www.amma-eu.org/), soll klären, warum sich der Monsun verändert und welche Folgen das für die Landwirtschaft und die Gesundheit der Menschen in Westafrika hat. Als eine Ausgangsbasis in Burkina Faso dient dem AMMA-Projekt die Forschungsstation in Dano, die von der Münchener Dreyer-Stiftung finanziert wird.

Neben intensiven hydrologischen Messungen im Jahr 2006 betreibt Deutschland in der gleichen Region seit einigen Jahren die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten langfristigen Forschungsprojekte GLOWA-Volta, (www.glowa-volta.org), IMPETUS (www.impetus.uni-koeln.de) und BIOTA-Westafrika (www.biota-africa.de). Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn ist die leitende Institution des GLOWA-Volta-Projekts. "Wir wollen nachhaltige, längerfristige Forschungs- und Entwicklungsperspektiven in Westafrika aufbauen", sagt Professor Dr. Paul Vlek, Geschäftsführender Direktor des ZEF. "Die enge Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern aus Wissenschaft, Politik und der westafrikanischen Zivilgesellschaft hat daher Priorität bei all unseren Forschungsprojekten."

... mehr zu:
»AMMA »AMMA-Projekt »Monsun »Westafrika »ZEF

Das ZEF kooperiert mit der "United Nations University" in Ghana und engagiert sich in der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern und Führungskräften in der Region. Im GLOWA-Volta-Projekt wurden seit Projektbeginn über 40 Doktoranden und Masterstudenten ausgebildet.

Das AMMA-Projekt basiert auf einer französischen Initiative und wird mit insgesamt 36 europäischen und vier afrikanischen, pannationalen Organisationen durchgeführt und vom französischen Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) koordiniert. Es ist in das internationale AMMA-Projekt eingebettet, an welchem sich die u.a. die Vereinigten Staaten und viele weitere afrikanische Institutionen beteiligen (www.amma-international.org).

Auch Forscher deutscher Einrichtungen leisten maßgebliche Beiträge zu dem Programm AMMA mit intensiven Messungen in der Region im Jahr 2006, mit Langzeitbeobachtungen sowie mit Modelluntersuchungen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis des Monsuns zu erreichen und die Vorhersagbarkeit mit Modellen zu verbessern, um sowohl für den Ackerbau als auch das Gesundheitswesen Vorsorgemaßnahmen zu ermöglichen sowie die Bedeutung Westafrikas für das globale Klimasystem zu untersuchen. Beteiligt sind Arbeitsgruppen der Universitäten Bonn, Bremen, Frankfurt, Karlsruhe, Kiel, Köln, Mainz und München, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft in Karlsruhe und Jülich sowie des Max-Planck Instituts für Kernphysik in Heidelberg.

Kürzlich berichteten die Wissenschaftler in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Nature über ihre neuesten Forschungsergebnisse: http://www.nature.com/news/2006/060731/pf/442496a_pf.html

Kontakt:
Universität Bonn
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Alma van der Veen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0228/73-1846
E-Mail: presse.zef@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: AMMA AMMA-Projekt Monsun Westafrika ZEF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klimawandel schwächt tropische Windsysteme
20.10.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht An der Wurzel des Amazonas: Bodentiefe bestimmt Vegetationstyp
20.10.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise