Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Ozean in Nordost-Afrika im Entstehen

20.07.2006
Satellitendaten bestätigen sensationellen Linienbruch in Äthiopien

Der größte Riss in der Erdkruste seit Jahrhunderten gibt Anlass zu Spekulationen, dass ein Teil Äthiopiens möglicherweise zu einer Insel werden könnte. Der 60 Kilometer lange Graben, der an manchen Stellen bis zu acht Meter breit ist, entstand während einer Serie von Erdbeben im Vorjahr. Nun haben Untersuchungen gezeigt, dass sich der Riss seither permanent vergrößert, wie das Forscherteam um Tim Wright von der University of Oxford in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature berichtet.

Nun wurde klar, dass der Riss bis tief in die Erde hinein weitergeht und das Horn von Afrika vom restlichen Kontinent wegdriften lässt. Mehr als 163 Erdbeben konnten die Wissenschaftler zwischen Mitte September und Anfang Oktober 2005 messen. "Wenn sich diese Prozesse weiter fortsetzen, deutet alles daraufhin, dass sich ein neuer Ozean formen wird", so der Forscher. An einer Seite, der so genannten Afar-Depression, hat sich der Boden um bis zu 100 Meter abgesenkt. Einige Punkte liegen sogar schon 100 Meter unter dem Meeresspiegel, wie die Forscher berichten.

Was oberflächlich als Riss erkennbar ist, ist aber nur ein kleiner Teil des tatsächlichen Geschehens: Flüssige Gesteinsmassen unter der Senke treiben die beiden Platten kontinuierlich auseinander. Bis zu 2,5 Kubikkilometer flüssiges Magma befinden sich in dem Gesteinsgang zwischen den beiden Platten. Damit könnte man das Londoner Wembley Stadion 2.000 Mal anfüllen. Anderen Schätzungen zufolge ist diese Menge doppelt so groß wie jene, die beim Ausbruch des US-Vulkans Mount St. Helens 1980 ausgeworfen wurde.

... mehr zu:
»Erdbeben »Nordost-Afrika »Ozean

Die wissenschaftliche Sensation - noch nie konnten Wissenschaftler geologische Veränderungen derart präzise messen - scheint perfekt. Sogar der ESA-Satellit Envisat überprüft genau, was sich in Nordost-Afrika ereignet. Ehe sich die Senke allerdings in einen neuen Meeresboden verwandelt, könnte allerdings noch eine weitere Million Jahre vergehen, wie Wright feststellte.

pressetext.austria | Wolfgang Weitlaner
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Erdbeben Nordost-Afrika Ozean

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Was ist krebserregend am Erionit?
13.01.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie