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Forscher der Universität Jena studieren Bio-Geo-Interaktion im Boden ehemaliger Uranbergbauhalden

12.05.2005


Am Dienstag (10.05.) ist auf dem "Testfeld Gessenwiese" im Gebiet der alten Gessenhalde im ehemaligen Ostthüringer Uranbergbaugebiet eine neue Mess-Station zur Erfassung des Wasserhaushaltes übergeben worden. Wissenschaftler der Universität Jena studieren hier auf einem 2.500 m2 großen Landstück die Möglichkeiten zur beschleunigten Regeneration der Böden, auf denen ehemals erzarmes Gestein lagerte, aus dem mittels konzentrierter Schwefelsäure Uran herausgelöst wurde. Der Stahlmantel des so genannten Lysimeters wurde zwei Meter tief in den Boden getrieben. Die neue, von der Firma Umwelt-Geräte-Technik gebaute Mess-Station kann über einen unterirdischen Raum betreten werden.



"Innerhalb des Zylinders liegt ein mächtiges Bodenstück, an dem wir exemplarisch die Migration des Regenwassers durch die oberen Bodenschichten studieren können", erklärt Prof. Dr. Georg Büchel. Der Lehrstuhlinhaber für Angewandte Geologie von der Friedrich-Schiller-Universität erforscht gemeinsam mit Mikrobiologen und Lebensmittelkundlern komplexe Bio-Geo-Interaktionen auf der Gessenwiese. "Uns interessiert in welcher Art und Weise das Sickerwasser von den verschiedenen Pflanzenarten beeinflusst wird, beispielsweise wie viele und welche Schwermetalle aus dem immer noch leicht belasteten Boden ins Grundwasser gelangen", so Büchel. Gerade für diese Fragestellung braucht man das neue Lysimeter. Über Saugkerzen kann man aus den verschiedenen Schichten Wasserproben gewinnen und so den Weg der im Wasser gelösten Stoffe nachvollziehen.



Ziel der Untersuchungen ist es, mit Hilfe von Gemeinschaften aus Pflanzen und speziellen Mikroorganismen toxische Stoffe aus dem Boden zu entfernen. Dazu müssen die Wissenschaftler jedoch den Nachweis führen, welche der angepflanzten Gesellschaften besonders gut den bioverfügbaren Anteil der betreffenden Stoffe aufnehmen. "Um die natürlichen Dekontaminationsverfahren zu kontrollieren und zu optimieren, brauchen wir spezielle Geräte wie das Lysimeter", sagt Büchel. Mit ihm lässt sich die "Erinnerung" des Bodens an vergangene Umweltsünden untersuchen. Denn schließlich wollen die Wissenschaftler Angaben darüber machen, mit welchen Mitteln und wie schnell Standorte, an denen Bauern sonst über Jahrzehnte nichts anpflanzen können, wieder nutzbar werden.

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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