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Die Georeferenzierung alter Gletscherfotografien

10.05.2005


Kartografieexperten der Helsinki University of Technology haben ein neuartiges Verfahren zur Verarbeitung alter Gletscherfotografien entwickelt. Nach ihrer Verarbeitung können diese Fotografien wertvolle historische Informationen für Wissenschaftler bereitstellen, die die Veränderungen von Gletschern, insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen des globalen Klimawandels, studieren.



Heutzutage wird die Gletscherüberwachung in erster Linie mit Satelliten, einem relativ neuen Verfahren, durchgeführt. Die Beobachtung von Gletschern vom Lande aus reicht jedoch bereits bis ins späte neunzehnte Jahrhundert zurück. Im Rahmen des OMEGA-Projekts kamen an der Helsinki University of Technology (HUT) moderne Georeferenzierungsverfahren zum Einsatz, um die in diesen Bildern enthaltenen Daten umzusetzen. Das neue Format kommt den heutigen Forschern des Klimawandels zugute.



Die Georeferenzierung bestimmt das Verhältnis zwischen den Koordinaten eines zweidimensionalen Bildes (z.B. einer Fotografie) und denen der realen Welt wie beispielsweise Längen- und Breitengradsystem. Zuerst wurden neue Fotografien derselben Gletscher angefertigt. In einem nächsten Schritt wurden die alten Glasplattenbilder in ein digitales Format umgewandelt.

Danach begannen die fotogrammetrischen Spezialisten an der HUT, eine Reihe natürlicher Kontrollpunkte anhand leicht identifizierbarer geografischer Orientierungspunkte festzusetzen. Diese Kontrollpunkte wurden dann zur Referenzierung der digitalisierten alten Fotografien auf die neuen Aufnahmen genutzt. An der HUT wurde die Genauigkeit dieses Verfahrens über die Durchführung eines Blockvergleichs verbessert, durch den Fehler in Zusammenhang mit der Ausrichtung der Bildverarbeitungsgeräte vermieden werden können.

Die erzielten Informationen können zur Erstellung dreidimensionaler digitaler Höhenmodelle (Digital Elevation Models - DEMs) der Gletscher genutzt werden. Mit den DEMs können die Wissenschaftler Ebbe und Flut des Gletschers im Zeitablauf sowie hinsichtlich der Reaktion auf ökologische Kräfte untersuchen.

Die Wissenschaftler von heute sind hauptsächlich an der Überwachung des Rückzugs der Gletscher interessiert, da dies einen Indikator für die globale Erwärmung darstellt. Die HUT bietet Beratungsdienste auf der Grundlage der im Laufe des Projekts gewonnenen Erfahrungen an.

Henrik Haggren | ctm
Weitere Informationen:
http://www.foto.hut.fi

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