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Vorgänge an Kontinentalrändern untersucht

01.07.2004


Sonderforschungsbereich für vier Jahre verlängert


Zur Erforschung geologischer Prozesse an Kontinentalrändern wurde Kieler Geowissenschaftlern erneut ein vierjähriges Großforschungsprogramm bewilligt. Dabei handelt es sich um die zweite Phase des sogenannten Sonderforschungsbereichs (SFB) 574, der vom 1.07.2004 bis zum 30.06.2008 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 5,783 Mio. Euro unterstützt wird. Der SFB, ein Forschungsverbund von Wissenschaftlern des Instituts für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften, wurde 2001 von der DFG neu eingerichtet und zunächst mit 4,9 Mio. Euro ausgestattet. Mit den nun bewilligten Mitteln können 25 Wissenschaftler und Techniker weiterbeschäftigt bzw. neu eingestellt werden. In den beteiligten Instituten sind weitere 30 Wissenschaftlern und 15 Techniker mit den Themen befasst. Durch die in den ersten drei Jahren erzielten Forschungsergebnisse konnte sich der SFB mit seinem Fortsetzungsantrag gegenüber starker Konkurrenz im Auswahlverfahren behaupten. Der Sprecher des Sonderforschungsbereiches ist Professor Timothy J. Reston (stellvertretender Leiter des Lehrstuhls Marine Geodynamik am Leibniz-Institut). Er löst in der Sprecherfunktion Professor Erwin Suess ab, der das Amt bisher innehatte.

Der SFB mit dem Titel "Volatile und Fluide in Subduktionszonen: Klima-Rückkopplungen und Auslösemechanismen von Naturkatastrophen" untersucht die geologischen Prozesse an den Nahtstellen der Erde - dort wo sich die ozeanischen unter die kontinentalen Platten schieben (Subduktion). In diesen Subduktionszonen entstehen nicht nur die stärksten Erdbeben und Vulkanausbrüche, sondern dort werden auch chemische Elemente, insbesondere flüchtige Stoffe (Volatile und Fluide), zwischen Erdinnerem, Meeresboden, Meerwasser und Atmosphäre besonders intensiv ausgetauscht. Der Elementaustausch ist ein wichtiger Regelfaktor für das globale Klima. Diesen zu quantifizieren und in eine globale Bilanz einfließen zu lassen, ist das langfristige Ziel des SFB 574. Zugleich hängen Veränderungen innerhalb dieses Stoffaustausches eng mit der Entstehung von Naturgefahren zusammen. Diese werden deshalb ebenfalls im Sinne der frühzeitigen Erkennung, Abschätzung und Vermeidung von Naturkatastrophen betrachtet.

Mit geologischen, geophysikalischen, mineralogischen und geochemischen Methoden bei Arbeiten an Land und Ausfahrten mit Forschungsschiffen auf See wollen die Wissenschaftler des SFB die Aufnahme und Freisetzung flüchtiger Stoffe - wie Kohlendioxid, Methan, Schwefeldioxid und andere - und die damit verbundene Auslösung von Erdbeben und Vulkaneruptionen untersuchen. Anhand der in den ersten drei Jahren am Fallbeispiel Mittelamerika gewonnenen Ergebnisse konnten bereits erstmals die Fließraten zahlreicher Stoffe in verschiedenen Bereichen der Subduktionszone bestimmt werden. Künftig sollen diese Untersuchungen auch auf Südamerika ausgedehnt werden, um zuletzt eine solide Grundlage für eine globale Bestimmung des Elementaustauschs und seinen Einfluss auf das Klima zu erreichen.

Im Herbst dieses Jahres werden eine Reihe von Geländearbeiten in Mittelamerika durchgeführt. Im nächsten Jahr ist eine 90-tägige Expedition mit FS METEOR auf die pazifische Seite Mittelamerikas geplant. Weitere Geländearbeiten und Fahrten mit Forschungsschiffen sind geplant. Eine nochmalige Verlängerung der Arbeiten des SFBs für die Jahre 2008 bis 2012 ist möglich, wenn die in den nächsten Jahren erzielten Ergebnisse die Gutachter wiederum überzeugen können.

Kontakt:
Prof. Dr. Thimothy J. Reston
Telefon: 0431/600-2273, -1413
treston@ifm-geomar.de
sschenck@ifm-geomar.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://ww.uni-kiel.de

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