Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eiszeit in den Tropen?

19.03.2001


... mehr zu:
»Eiszeit »Erwärmung »Tropen
Kieler Forscher untersuchen Klimawandel im West Pacific Warm Pool

Wie ist die Klimaumstellung nach der letzten Eiszeit vor sich gegangen? Welche Temperaturen herrschten damals in den Tropen? Diesen und ähnlichen Fragen geht eine Forschungsarbeit nach, die Karl Stattegger, Professor für Geologie und Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel, betreute. In seiner neuesten Ausgabe berichtet das amerikanische Wissenschaftsmagazin Science von den Ergebnissen, die aus einer Kooperation mit der University of British Columbia, Vancouver/Kanada, hervorgegangen sind (Forschergruppe Prof. Steve Calvert).

Stattegger und seinem Doktoranden, Stephan Steinke, gelang es, die Temperatur der Meeresoberfläche im südchinesischen Meer bei den indonesischen Inseln seit der letzten Eiszeit (vor 16.000 bis 20.000 Jahren) zu rekonstruieren. Das Ergebnis hört sich zunächst wenig spektakulär an: Während dieses Zeitraumes hat insgesamt eine Erwärmung der Meeresoberfläche im Sunda Shelf um 3 Grad Celsius stattgefunden, die jedoch nicht gleichmäßig linear verlaufen ist. So gab es im Südchinesischen Meer beispielsweise vor 14600 Jahren einen Anstieg der durchschnittlichen Wassertemperatur von 1 Grad innerhalb von nur 200 Jahren gleichzeitig mit einer raschen Erwärmung auf Grönland.

Mehrere Sedimentkerne von 6 bis 10 m Länge brachten Ablagerungen vom Meeresboden aus dem untersuchten Zeitraum zutage. Mit Hilfe der Radiokarbonmethode sowie der Analyse bestimmter Algenarten, die temperaturabhängig unterschiedliche Kohlenstoffketten (Alkenone) enthalten, konnte der Verlauf der Erwärmung über den langen Zeitraum mit einer Fehlerabweichung von 20 bis 30 Jahren nachvollzogen werden. Die Datierungen stammen größtenteils vom Kieler Leibniz-Labor für Altersbestimmung und Isotopenforschung und von der University of British Columbia (Markus Kienast).

"Die Daten über den Erwärmungsprozess des Meerwassers lassen Rückschlüsse auf die Klimaveränderung im Bereich des West Pazifischen Warm Pools zu", so Prof. Stattegger über die Ergebnisse. "Wir haben hier eine Schlüsselregion vor uns, die das Weltklimageschehen verstehen helfen kann und von der dieses Geschehen wohl auch maßgeblich beeinflusst wird. Immerhin ist klar, dass der gefürchtete El Nino genau hier entsteht."

Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt, das mehrere Expeditionen des Forschungsschiffs "Sonne" finanzierte. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) half mit Stipendien.

Kontakt: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Geowissenschaften, Stephan Steinke, Tel. 0431/880-2867, stst@gpi.uni-kiel.de; Prof. Karl Stattegger, Tel. 880-2881, kstattegger@gpi.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw

Weitere Berichte zu: Eiszeit Erwärmung Tropen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Satelliten erfassen Photosynthese mit hoher Auflösung
13.10.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Erforschung des grönländischen 79°-Nord-Gletschers
12.10.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz