Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geologen untersuchen "hot spots" am Vulkan Mauna Kea auf Hawaii

01.04.2003


Hawaii, Big Island, November 2002: Ein frischer Lavastrom überfließt ältere Lavaschichten. Foto: de Wall


Den vermutlich fast erloschenen Vulkan Mauna Kea auf Hawaii haben Wissenschaftler bis in eine Tiefe von 3.000 Metern angebohrt. Auf diese Weise wollen sie einen so genannten "hot spot" untersuchen - das sind Stellen, an denen heiße Ströme im Erdmantel emporsteigen. An dem Projekt sind Forscher aus aller Welt beteiligt, darunter auch die Geologin Prof. Dr. Helga de Wall von der Uni Würzburg.

... mehr zu:
»Hawaii »Kea »Mauna »Vulkan

Die Inseln von Hawaii bilden eines der aktivsten Vulkanfelder der Erde. Sie wurden über einem "hot spot" gebildet, dessen heiße Ströme vermutlich an der Grenze des Erdmantels zum Erdkern, also in 2.900 Kilometer Tiefe, ihren Ursprung haben.

Über diesen stationären "hot spot" bewegt sich die Pazifische Platte mit einer Geschwindigkeit von mehreren Zentimetern pro Jahr in Richtung Nordwesten hinweg. Dadurch hat sich im Verlauf von 70 Millionen Jahren eine 4.000 Kilometer lange Kette von Vulkanen gebildet. "Während die relativ jungen Vulkane noch als Inseln aus dem Meer herausragen, sind die älteren aufgrund ihres Eigengewichtes so tief in den Meeresboden eingesunken, dass sie unterhalb des Meeresspiegels liegen", wie Prof. de Wall erklärt.


Die heute noch aktiven Vulkane, der Mauna Loa und der Kilauea, liegen an der Ostküste des südlichsten Eilands dieser Inselkette, Big Island genannt. Diese Insel reicht vom Meeresboden mit einer Wassertiefe von über 5.000 Metern bis in eine Höhe von 4.205 Metern über dem Meeresspiegel - so hoch ist nämlich der Mauna Kea, der höchste Vulkan auf der Insel. Mit einer Gesamthöhe von insgesamt fast 10.000 Metern übertrifft Big Island sogar den Mount Everest. Dieses gigantische Volumen hat sich über mehrere hunderttausend Jahre hinweg durch das Übereinanderfließen von Tausenden einzelner Lavaströme gebildet.

Die Bohrung in die Flanke des Mauna Kea wurde 1999 im Rahmen des Internationalen Kontinentalen Bohrprogramms (ICDP) begonnen. Sie reicht 3.000 Meter tief und soll im Jahr 2003 noch auf 4.500 bis 5.000 Meter vorangetrieben werden.

In dieses Bohrloch setzte Helga de Wall im November 2002 eine neue Mess-Sonde ein, mit der sich die Magnetisierbarkeit der Gesteine, die so genannte magnetische Suszeptibilität, registrieren lässt. Die Würzburger Geologin hat diese Sonde gemeinsam mit Kollegen vom Geoforschungszentrum Potsdam und der Datensystemfirma Antares (Bremen) entwickelt. Das neue Gerät ermöglicht es, direkt im Bohrloch die Variation in der chemischen Zusammensetzung der wichtigsten magnetischen Minerale der ozeanischen Kruste zu messen. Bei diesen Mineralen handelt es sich um Titanomagnetite (Eisen-Titan-Oxide). Die Messungen sollen es ermöglichen, die Mächtigkeit der einzelnen Lavaströme und die Veränderung ihrer geochemischen Zusammensetzung zu rekonstruieren.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Helga de Wall, T (0931) 31-2592, Fax (0931) 31-2378, E-Mail:
dewall@geologie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Hawaii Kea Mauna Vulkan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie