Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschliche Rasse war offenbar vom Aussterben bedroht

25.04.2008
Frühmenschen gingen vor rund 150.000 Jahren getrennte Wege

Die frühen Menschen begannen offenbar vor rund 150.000 sich in zwei verschiedene Arten zu entwickeln, bevor sie sich 100.000 Jahre später wieder zu einer einzigen Population verbanden und sich vom afrikanischen Kontinent ausgebreitet haben.

Das legt eine Studie im Rahmen des Genographic Project der National Geographic Society nahe. Das 2005 gestartete Projekt soll die Wanderungsbewegungen des Homo Sapiens neu kartieren. "Die Voraussetzung war immer, dass die subsaharische Urpopulation zwar eine sehr kleine, aber höchstwahrscheinlich doch nur eine einzige war", erklärt Projektleiter Spencer Wells. "Es scheint nun so, dass dies nicht der Fall war."

Vor rund 200.000 Jahren entwickelte sich so der moderne Mensch als eine eigene Art, auf die heute alle Menschen ihre Wurzeln zurückführen könnten. Wells und seine Kollegen wollten untersuchen, was in der Zwischenzeit bis 60.000 vor Christus passierte, als die ersten Wanderbewegungen aus Afrika hinaus einsetzten. Dazu analysierten sie einige hundert Sätze mitochondrialer DNS von verschiedenen heute lebenden afrikanischen Bevölkerungsgruppen.

... mehr zu:
»Aussterben »DNS

Die mitochondriale DNS wird von der Mutter ans Kind "vererbt". So fanden die Forscher heraus, dass eine Population, die wahrscheinlich im östlichen Afrika ansässig war, sich vor rund 150.000 Jahren geteilt hat: Eine Gruppe ging nach Süden, die andere nach Nordosten. Die meisten heute lebenden Afrikaner tragen eine Mischung aus beiden Anlagen in sich.

Die beiden Gruppen seien dann gut 100.000 Jahren voneinander getrennt gewesen und hätten sich dann erst wiedervereinigt, sodass eine einzige panafrikanische Population entstand. Die Wissenschaftler nehmen an, dass klimatische Veränderungen bei der Teilung eine Rolle gespielt haben könnten. "Es scheint ein bedeutendes klimatisches Ereignis gegeben zu haben, das möglicherweise zur Trennung beigetragen hat", sagt Wells. Studien von Klimadaten haben ergeben, dass Ostafrika zwischen 135.000 und 90.000 vor Christus einer Reihe schwerer Dürreperioden zum Opfer gefallen ist. "Die Population ging wahrscheinlich auf 2.000 Individuen zurück, vielleicht bestand jede der Gruppen nur aus einigen hundert Menschen." Die Menschheit habe aufgrund dieser Ereignisse an der Schwelle zum Aussterben gestanden.

Mit Verbesserung der klimatischen Bedingungen hätten sich die Gruppen allem Anschein nach erholt und vergrößert und seien dann - als eine einzige Art - endgültig aus Afrika hinaus gezogen. Wells vermutet, dass neue Werkzeuge und Techniken in der späten Steinzeit dazu beigetragen haben. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass der moderne Menschen aus Ostafrika stammt. Die neuen Erkenntnisse würden aber gleichermaßen eine mögliche Abstammung aus dem südlichen Afrika stützen, gefolgt von einer Wanderung nach Ost- und Westafrika, so Wells.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nationalgeographic.com/

Weitere Berichte zu: Aussterben DNS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie viel Biomasse wächst in der Savanne?
16.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung