Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arktis: Eisscholle in der Größe Manhattans bricht ab

15.07.2009
100 Quadratkilometer Eisberg vom Petermann-Gletscher im Entstehen

Der größte arktische Gletscher ist drauf und dran eine Eiszunge in der Größe Manhattans zu verlieren, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Eine Gruppe von Klimaforschern und Umweltaktivisten beobachten den so genannten Petermann-Gletscher und seine Eiszunge. Sie nehmen an, dass der Abbruch auf die warmen Meeresströmungen, die von Grönland Richtung Norden ziehen, zurückzuführen ist. Diese werden mit der globalen Erwärmung in Zusammenhang gebracht.

Während des vergangenen Sommers haben Forscher um Jason Box von der Ohio State University in Columbus erstmals einen großen Riss in der schwimmenden Eiszunge ausmachen können. Die Zunge funktioniert wie ein Förderband und schiebt das Eis durch einen Fjord ins Meer. Der Riss war damals bereits 16 Kilometer lang und reichte von einem Fjordufer zum anderen. Bei Untersuchungen in diesem Jahr konnten die Forscher feststellen, dass sich die Situation weiter verschärft hatte. Mit Hilfe von Kameras und Sensoren konnten die Wissenschaftler ein genaues Bild des Gletschers anfertigen.

"Wir bekommen jede Minute neue Bilder des Gletschers und können so beobachten, wie er sich im Vergleich zum restlichen Gletschereis bewegt. Wir warten auf den kritischen Punkt, wenn die Gletscherzunge zerbricht und abgleitet", so Alun Hubbard, Glaziologe von der University of Wales. Die Forscher gehen davon aus, dass dies innerhalb der kommenden Wochen geschehen werde. Erst vor zwei Tagen ist ein drei Quadratkilometer großer Teil weg gebrochen. Mehr als zehn großer Risse, manche davon 500 Meter breit, sind bereits vorhanden. Wenn die Zunge abbricht, schwimmt eine 100 Quadratkilometer große Eisscholle, die aus fünf Mrd. Tonnen Eis besteht, im Meer.

Wie alle Gletscher, deren Gletscherzunge in den Ozean ragen, "kalben" diese ins Meer, wie Experten den Abbruch von Eis nennen. "Ein Jahrhundertereignis ist dieser Abbruch nicht", meint der Klimaforscher Herbert Formayer von der Wiener Universität für Bodenkultur gegenüber pressetext. Die Menge entspreche in etwa der Hälfte eines Jahresabbruchs des Petermann-Gletschers. Was Formayer allerdings bemerkt ist die Tatsache, dass auch an der Nordwestseite Grönlands nun Veränderungen der Eismassen feststellbar sind. Ob das einzelne Ereignis im Rahmen der Klimaerwärmung gesehen werden kann, will Formayer nicht sagen. Dass in der Arktis allerdings kontinuierliche Schmelzprozesse zur Abnahme von Gletschern führe, sei jedenfalls nicht zu leugnen, so Formayer.

Auch die Wissenschaftler, die den Vorgang beobachten, können nicht genau sagen, was genau zum Abbruch des großen Teiles geführt habe. Eine Veränderung der Fließgeschwindigkeit sei jedenfalls deutlich bemerkbar geworden. Nach gängiger Ansicht sind beschleunigende Faktoren wärmere Ozean- und Lufttemperaturen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://bprc.osu.edu
http://www.ies.aber.ac.uk
http://www.boku.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stärkere Belege für Abschwächung des Golfstromsystems
12.04.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

nachricht Waldbrände in Kanada sorgen für stärkste jemals gemessene Trübung der Stratosphäre über Europa
12.04.2018 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics