Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuelle Klimadaten per Mausklick analysieren und visualisieren

24.09.2008
Das Institut für Geowissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) baut ein Netz von Messstationen auf, um Klimadaten analysieren und dokumentieren zu können. Eine Testregion ist dabei das mitteldeutsche Trockengebiet, das quasi vor der Haustür der Hochschule liegt. Das Gebiet ist für die Klimaforschung in Deutschland besonders prädestiniert.

Geowissenschaftler und Informatiker der MLU haben jetzt ein Abfragesystem programmiert, das tagesaktuelle Klimadaten liefert und visualisiert.

Der Klimawandel, seine Folgen und mögliche Anpassungsstrategien sind nicht nur Themen für die geowissenschaftliche Umweltforschung, sondern werden auch in der allgemeinen Öffentlichkeit häufig thematisiert. Mitteldeutschland wird vom Wandel besonders betroffen sein, denn sein Wasserhaushalt ist angespannt und mit einer Verschärfung des Problems wird gerechnet. Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Nutzung leistet das Institut für Geowissenschaften der MLU einen Beitrag, indem es für Forschung und Lehre ein Netz von Messstationen aufbaut. Die entsprechenden Wetterdaten fließen ein in das neue System zur automatischen Datenanalyse.

Zahlreiche Parameter wie Niederschlag, Windgeschwindigkeit und -richtung, Luftfeuchtigkeit und -temperatur sowie Bodentemperatur und Globalstrahlung liefern zunächst sechs Wetterstationen. Eine davon steht im Gesteinsgarten auf dem Campus der halleschen Geowissenschaften, eine weitere auf dem Institutsdach, die anderen befinden sich im Südwesten Sachsen-Anhalts. "Weitere Stationen werden in Kürze hinzukommen, sowohl in Sachsen-Anhalt als auch im Süden Russlands", berichtet Dr. Detlef Thürkow.

Der hallesche Geowissenschaftler und sein Kollege Sebastian Scheuer haben das Klimainformationssystem ADAK (Automatisierte Datenabfrage und Analyse von Klimamesswerten) in Kooperation mit dem Institut für Informatik der Martin-Luther-Universität programmiert. "Die Software überführt alle Messdaten in ein einheitliches Format und ermöglicht eine statistische Analyse sowie eine übersichtliche Visualisierung, zum Beispiel mit Diagrammen in Zehn-Minuten-Auflösung", erläutert Thürkow. "Somit können die Daten verstärkt in der universitären Ausbildung, aber auch in der angewandten Umweltforschung genutzt werden. Darüber hinaus wollen wir es anderen Betreibern meteorologischer Stationen ermöglichen, ihre Daten in unser System einzubringen."

Die aktuellen Tageswerte ebenso wie die Zeitreihen der gemessenen Parameter kann jeder Internetnutzer auf seinem Bildschirm visualisieren. Wollen Nutzer die Daten für wissenschaftliche oder behördliche Zwecke verwenden, können sie beim Institut für Geowissenschaften einen Zugang zum Downloadcenter beantragen.

Im Rahmen der geoökologischen Forschungen werden am Institut für Geowissenschaften vor allem Untersuchungen zum Einfluss des Klimawandels und der Landnutzung auf den landschaftlichen Wasser- und Stoffhaushalt durchgeführt. Die Forscher suchen nach Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser. "Die Monitoringdaten dienen vor allem konkreten standörtlichen Untersuchungen und können dabei helfen, die großräumigen Prognosen zum Klimawandel lokal zu spezifizieren", erläutert Dr. Gerd Schmidt von der Arbeitsgruppe Geoökologie.

Neben der Einbindung des Systems in die aktuellen Forschungsarbeiten werden die mit dem System verwalteten Wetterdaten zunehmend in der Lehre eingesetzt. "Dabei legen wir entsprechend der Anforderungen der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge unser Augenmerk verstärkt darauf, Techniken und Methoden zu vermitteln, mit denen Umweltdaten gewonnen, verarbeitet und präsentiert werden können", sagt Gerd Schmidt.

Ansprechpartner:
Dr. Detlef Thürkow
Institut für Geowissenschaften
Fachgebiet Thematische Kartographie und Geofernerkundung
Tel.: 0345 5526023
E-Mail: detlef.thuerkow@geo.uni-halle.de
Dr. Gerd Schmidt
Institut für Geowissenschaften
Arbeitsgruppe Geoökologie
Tel.: 0345 55 26063
E-Mail: gerd.schmidt@geo.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://klima.geo.uni-halle.de
http://geofern.geographie.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Geowissenschaft Klimadaten Klimawandel Umweltforschung Wetterdaten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Von GeoFlow zu AtmoFlow
20.04.2018 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

nachricht Stärkere Belege für Abschwächung des Golfstromsystems
12.04.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics