Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solar-Institut Jülich erforscht Methoden zur Abgasreinigung bei Dieselmotoren

05.07.2016

Der Dieselmotor ist in Verruf geraten: Der VW-Abgasskandal sowie das Problem mit zu hohen Stickoxidemissionen haben am Image des Selbstzünders gekratzt. Dabei sind Dieselmotoren aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag nicht wegzudenken. Sie sind nicht nur in Pkw, sondern vor allem in der Logistikbranche sowie in großen Arbeitsmaschinen und bei der Schifffahrt im Einsatz. Das Solar-Institut Jülich der FH Aachen (SIJ) ist jetzt mit einem neuen Dieselmotorenprüfstand in der Lage, innovative Verfahren zur Abgasreinigung bei Dieselmotoren zu erforschen und in der Praxis zu testen.

„Wir sind besonders stolz auf unseren MoPS“, sagte Rektor Prof. Dr. Marcus Baumann bei der Inbetriebnahme des Prüfstands. Dieselmotoren seien nach wie vor wichtige Antriebssysteme. Prof. Baumann: „Mit diesem Motorenprüfstand können wir helfen, diese Motoren in Zukunft umweltgerecht zu betreiben.“


Staatssekretär Dr. Thomas Grünewald (Mitte), FH-Rektor Prof. Dr. Marcus Baumann (rechts) und Prof. Ulf Herrmann

FH Aachen / Arnd Gottschalk

Die Arbeit der Fachhochschulen sei deswegen so erfolgreich, weil hier nahe an der Anwendung gelehrt und geforscht werde. Damit könnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagieren und direkt zur Entwicklung neuer Produkte beitragen.

Das Projekt hat ein Fördervolumen von 933.468 Euro. Das Geld stammt aus Mitteln der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) und des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF).

Dr. Thomas Grünewald, Staatssekretär im MIWF, hob in seinem Redebeitrag diese Kooperation von Bund und Land in der Forschungsförderung hervor und betonte, der große Praxisbezug und die Nähe zur Industrie seien von großem Wert für das Projekt. Die Dieselmotortechnologie sei ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Aus diesem Grund sei es wichtig, neue Technologien zur Senkung der Emissionen zu erforschen.

Der Geschäftsführende Direktor des SIJ, Prof. Dr. Ulf Herrmann, erläuterte den Zuhörerinnen und Zuhörern aus der Automotive-Industrie und der Wissenschaft, die teilweise auch aus der Euregio angereist waren, auf welchen Feldern sein Institut konkret forscht und welche Rolle der „MoPS“ dabei spielt.

Der Dieselmotorenprüfstand am SIJ werde für die Entwicklung von Komponenten der Abgasnachbehandlung eingesetzt und verfüge über moderne Messtechnik zur chemischen Abgasanalyse. Zum einen erproben die Forscherinnen und Forscher, inwieweit sich Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Hochtemperaturanwendung von keramischen porösen Strukturen, wie sie auch in der Solarforschung eingesetzt werden, auf den klassischen Dieselpartikelfilter übertragen lassen.

Dort sollen die gewonnen Erkenntnisse zur Reduktion von Rußemissionen und durch eine aktive Aschereinigung zu längeren Wartungsintervallen führen. Zum anderen werden Mischer zur selektiven katalytischen Reduktion entwickelt, die durch eine verbesserte Durchmischung des eingespritzten Harnstofflösung (Markenname AdBlue) zu einer Reduktion der Stickoxidemissionen beitragen können.

Zuletzt werden auch noch Komponenten zur Wärmerückgewinnung mit Keramikstrukturen erprobt. Damit können die Ingenieurinnen und Ingenieure das Grundproblem bei den Dieselabgasen angehen und zur Einhaltung zukünftiger Grenzwerte maßgeblich beitragen. Mit dem neuen Dieselmotorenprüfstand wird das Spektrum einer hochaktuellen, industrienahen Forschung an der FH Aachen erweitert.

Team Pressestelle | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.fh-aachen.de

Weitere Berichte zu: Abgasreinigung Messtechnik Wissenschaft und Forschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Erstes Li-Fi-Produkt mit Technologie vom Fraunhofer HHI in Japan lanciert
27.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Was riecht denn da? – Elektronische Nase erkennt unterschiedliche Gerüche
26.04.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nano-Drähte auf Stents sollen Kindern mit Herzfehler unnötige Eingriffe ersparen

27.04.2018 | Medizintechnik

Herz-Medikament kurbelt Reparatur von Neuronen an

27.04.2018 | Medizin Gesundheit

Warum Getreide besser ist

27.04.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics