Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Silizium auf Partnersuche: Neue Konzepte für Tandemsolarzellen am ISFH

26.09.2016

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Forschungsvorhaben „Epitaxiefreier Absorber für kostengünstige Tandemsolarzellen auf Silizium“ am Institut für Solarenergieforschung (ISFH) mit 1,7 Mio. Euro. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und wird durch mehrere Partner aus der Solarindustrie unterstützt.

Am Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) fand gestern das Kickoff-Meeting für das neue Forschungsvorhaben EASi („Epitaxiefreier Absorber für kostengünstige Tandemsolarzellen auf Silizium“) statt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit einer Summe von 1,7 Millionen Euro gefördert wird. Das dreijährige Projekt wird durch mehrere Partner aus der Solarindustrie unterstützt.


Bestandteile einer Tandemsolarzelle: Metallisches Vorprodukt (weiß) einer epitaxiefrei gewachsenen neuartigen Absorberschicht (grau) und eine Si-Basiszelle (blau gemustert).

ISFH/Brendemühl

Bei einer Tandemsolarzelle wird eine zweite Absorberschicht verwendet, die den höherenergetischen Spektralbereich des Sonnenspektrums optimal ausnutzt.

„Auf diese Weise lässt sich das physikalische Wirkungsgradlimit einfacher Solarzellen umgehen, was die Tandemtechnik zu einer attraktiven Zukunftsperspektive für die Photovoltaik macht“ erklärt Dr. Raphael Niepelt, der das neue Projekt leitet. Bisher können Tandemsolarzellen nur mit sehr teuren Prozessen hergestellt werden, was ihren Einsatz auf Spezialfälle wie zum Beispiel die Weltraumtechnik begrenzt.

Das ISFH arbeitet in EASi nun an der Entwicklung von kostengünstigen Optionen für die Herstellung von Tandemsolarzellen auf Siliziumbasis, um dadurch den Einsatz dieser hocheffizienten Technik auch in der Breite zu ermöglichen.

„Durch den perspektivisch höheren Solarertrag pro Fläche können die heute schon konkurrenzfähigen Stromkosten für Photovoltaik noch einmal signifikant gesenkt werden“, sagt Prof. Rolf Brendel, Geschäftsführer des Instituts.

„Die Ziele des Projektes stehen dabei im Einklang mit der langfristigen Strategie des Instituts, unsere Partner aus der Industrie bei der Entwicklung von hocheffizienten solaren Komponenten zu unterstützen“, so Brendel weiter.

Das ISFH ist eine gemeinnützige GmbH des Landes Niedersachsen und widmet sich seit nunmehr 29 Jahren der Entwicklung effizienter Solarsysteme mit kostengünstigen Komponenten. Das hier entwickelte Know-how und die hervorragende Forschungsinfrastruktur machen das ISFH zu einem attraktiven Partner für die Solarindustrie, mit der das Institut in industrie- und öffentlich geförderten Forschungsprojekten zur Unterstützung sowohl der heimischen Wirtschaft als auch der weltweiten Nutzung der Solarenergie zusammenarbeitet.

Dr. Roland Goslich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden
19.01.2018 | Technische Universität München

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie