Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im richtigen Licht

11.11.2010
Wie geschieht die subjektive Wahrnehmung von künstlichem Licht in verschiedenen Beleuchtungssituationen? Ein BMBF-Forschungsprojekt erarbeitet neue technische Messverfahren und Maße für innovative LED-Beleuchtungen.

Die Beleuchtungsindustrie steht global vor einem großen Wandel. Die weltweiten Bestrebungen gehen dahin, die Energiekosten von Beleuchtungseinrichtungen zu senken, und bei gleichzeitig steigender Energieeffizienz eine erhebliche Senkung von Umweltbelastungen, wie z.B. der Emission von CO2 zu ermöglichen. Leuchtdioden, so genannte LEDs, spielen hierbei eine wesentliche Rolle, da sie sowohl energieeffizient als auch robust und langlebig sind.

LEDs stellen für Deutschland einen wichtigen Zukunftsmarkt dar, dem schon für die nächste Zeit ein hohes Marktwachstum prognostiziert wird. Eines der zukunftsträchtigsten und zugleich bedeutendsten Segmente ist der Einsatz von Leuchtdioden im Bereich der Allgemeinbeleuchtung. Hier fehlt es jedoch bislang an Regeln oder Richtlinien, die die physiologischen Aspekte betreffen, um beispielsweise die Qualität von Beleuchtungssituationen zu beurteilen und zu verbessern.

So könnte die Sichtbarkeit und Erkennbarkeit von Objekten im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz und im Wohnbereich verbessert und dadurch die Sicherheit und die Lebensqualität erhöht werden. Die neuartigen LED-Lichtquellen können mit den derzeitigen internationalen Empfehlungen und Normen, insbesondere für das Dämmerungs- (mesopische) Sehen des Menschen, bisher nur sehr unbefriedigend beurteilt werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Entwicklung der LED-Technik für die Allgemeinbeleuchtung seit mehreren Jahren in Verbundprojekten von Industrie und Wissenschaft gefördert. Kürzlich ist nun ein vom BMBF mit 850.000 Euro gefördertes Vorhaben gestartet, das die menschliche Wahrnehmung im Zusammenhang mit den innovativen Lichtquellen erforscht. Unter dem Fachtitel "Messung und Simulation des photopischen und mesopischen Sehens: Psychophysiologische Maße zur Beurteilung von Beleuchtungseinrichtungen" sollen in dem Forschungsprojekt bestehende Modelle des Tageslichtsehens (photopisches Sehen) vorrangig in Bezug auf LED-Beleuchtung weiterentwickelt, und auch auf das Dämmerungssehen (mesopisches Sehen) erweitert werden.

In dem BMBF-Verbundprojekt werden Lichtintensitätsverteilungen typischer Beleuchtungssituationen spektral und räumlich, mit physikalischen und lichttechnischen Methoden vermessen und psychophysisch beurteilt. Dabei werden neue Messverfahren und Maße für die Beurteilung von Beleuchtungseinrichtungen erarbeitet.

Die subjektive Wahrnehmung von künstlichem Licht durch das Auge soll in Zukunft durch technische Messungen erfassbar werden. Dazu werden nun die Methoden der Lichttechnik und der Psychophysiologie und der Neurobiologie miteinander verknüpft. Unser Seh-, Erkennungs- und Beurteilungsvermögen für neue Außen- und Innenbeleuchtungseinrichtungen, insbesondere von LEDs, wird in dem neuen Grundlagenforschungsprojekt an der TU Berlin gemessen und simuliert.

Das Projekt soll Grundlagenforschungsergebnisse liefern, die ermöglichen, die Lücke der bislang fehlenden nationalen und internationalen Empfehlungen und Normen zu schließen. So kann z. B. die Bundesregierung auf Grundlage solcher Maße Gesetze für die Zulassung neuer Beleuchtungseinrichtungen aufsetzen.

Daniela Metz | idw
Weitere Informationen:
http://www.optischetechnologien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Solarenergie unterstützt Industrieprozesse
17.07.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten