Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Hybridantriebslösung für kleine Schiffe spart Energie

24.09.2008
Siemens Marine Solutions hat ein ausgesprochen kompaktes Antriebssystem entwickelt, bei dem eine Kombination aus handelsüblichen Generatoren, Motoren und Antrieben eingesetzt wird, um den heutigen Anforderungen kleinerer Schiffe gerecht zu werden.

Es ist das zentrale Merkmal dieses neuen Diesel-Hybridantriebs, dass eine extrem flexible und kompakte Antriebslösung im Leistungsbereich 100 kW bis 800 kW bereitgestellt werden kann. „Aufgrund begrenzter Ölreserven und zunehmender Umweltprobleme denken Fachleute darüber nach, konventionelle Antriebskonzepte im Schiffbau durch die Erweiterung effizienter Betriebsbedingungen zu ergänzen“, erläuterte Ernst-Christoph Krackhardt, Leiter des Bereichs Sales Commercial Ships von Siemens Marine Solutions.

Jeder Verbrennungsmotor arbeitet nur dann mit dem besten Wirkungsgrad, wenn er so nahe wie möglich an seinem Auslegungspunkt betrieben wird. Es ist ineffizient, erzeugt übermäßige Emissionen, kann zudem die Betriebslebensdauer verkürzen und sich somit nachteilig auf die Wartungskosten auswirken, wenn solche Motoren mit geringer oder überhöhter Last gefahren werden. Setzt man ein Hybridsystem ein, laufen beispielsweise die segmentierten Hilfsverbrennungsmotormodule (Generatorsätze) mit jeweils optimaler Auslastung bei konstanter Drehzahl. Diese treiben die elektrischen Generatoren an, die wiederum elektrische Leistung in das Schiffsnetz speisen, aus dem der Antriebsmotor versorgt wird.

Dank einer intelligenten Steuerungslösung betreibt das Managementsystem des Diesel-Elektro-Hybridantriebs nur so viele von Dieselmotoren angetriebene Generatorsätze, wie benötigt werden, um den Leistungsbedarf zu decken – immer nahe am optimalen Wirkungsgrad der Dieselmotoren, während die elektrischen Antriebslösungen die optimale Energieerzeugung und -verteilung für unterschiedliche Fahrtstufen ermöglichen. Diese hocheffizienten Hybridsysteme werden seit Jahren in Kreuzfahrtschiffen, Spezialschiffen wie etwa Offshore-Versorgungsschiffen, Patrouillenbooten, Eisbrechern und Forschungsschiffen eingesetzt. Kosten, Gewicht, Platzbedarf und Komplexität verhinderten bislang, dass Schiffe unter 40 m Länge die Vorteile wie geringerer Verbrauch und somit geringere Kosten, größere Reichweite, größere Zuverlässigkeit, verringerter Wartungsaufwand, verringerte Emissionen und Einfachheit des Betriebs nutzen konnten.

Siemens konnte jetzt die Lücke zwischen großen Handels- und Marineschiffen und kleinen kommerziellen Schiffen erfolgreich schließen. Das Siship-Eco Prop-System ist das erste System weltweit, das die Vorzüge von Diesel-Elektro-Hybridantriebssystemen für kleinere Schiffe bereitstellt, die traditionell von konventionellen Antriebssystemen angetrieben werden.

„Wenn ein Dieselmotor unabhängig von der erforderlichen Drehzahl der Propellerwelle bei optimalem Wirkungsgrad betrieben wird, können der Wirkungsgrad des Antriebssystems verbessert und erhebliche Energie- und Brennstoffeinsparungen realisiert werden“, führte Krackhardt an. „Diese Diesel-Elektro-Hybridantriebslösung kann strenge Umweltanforderungen erfüllen, die an Schiffsemissionen gestellt werden, und die Installation“, erläuterte Krackhardt, „ist dank Plug&Play-Lösungen auf der Grundlage von Standardprodukten ausgesprochen einfach.“

Weitere Informationen über Lösungen für die Handelsschifffahrt und Marine unter: http://www.siemens.de/marine

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik. Mit durchgängigen Hardware- und Software-Technologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität und Effizienz seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility, Drive Technologies und OSRAM. Mit weltweit rund 209 000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2007 einen Umsatz von etwa 40 Milliarden Euro (pro forma, unkonsolidiert).

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) gehört mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metal Technologies (Linz, Österreich), Siemens Water Technologies (Warrendale, Pennsylvania, USA) und Industry Technologies (Erlangen) zu den weltweit führenden Lösungsanbietern und Dienstleistern für Anlagen der Industrie und Infrastruktur. Mit eigenen Produkten, Systemen und Verfahrenstechnologien entwickelt und baut Industry Solutions für Endkunden Anlagen, nimmt diese in Betrieb und betreut sie über deren gesamten Lebenszyklus.

Wieland Simon | Siemens Industry Solutions
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/marine
http://www.siemens.com/industry
http://www.siemens.de/industry-solutions/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise