Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leipziger Forscher nehmen "Bio-Motor" zur Reichweitenverlängerung von Elektro-Fahrzeugen in Betrieb

03.11.2014

Im Rahmen des Schaufenstervorhabens "Flottenaufbau mit Multiplikatoren und wissenschaftliche Begleitung (Multi-Flottenaufbau)" untersucht das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) mögliche Synergiepotenziale zwischen Elektromobilität und Bioenergie und testet deren praktische Umsetzung. Ziel des Vorhabens ist es, eine besonders klimafreundliche, emissionsarme und leistungsstarke Alternative zu fossilen Kraftstoffen unter Vernetzung des Verkehrs- und Energiesektors zu ermöglichen.

Dazu wurde am DBFZ ein Reichweitenverlängerer (sog. Range Extender) auf Basis eines Wankelmotors in Betrieb genommen. Hiermit sollen Versuche zu Wirkungsgrad und Abgasemissionsverhalten beim Einsatz mit Biokraftstoffen wie Bioethanol durchgeführt werden. Auch der Einsatz von Biogas als Kraftstoff wird für künftige Untersuchungen in Betracht gezogen.


Elektroauto an einer Ladestation der Stadtwerke Leipzig (© DBFZ)

Mit seiner kompakten, leichten und kostengünstigen Bauweise sowie seiner hohen Kraftstoffflexibilität ist der Wankelmotor prädestiniert für den Einsatz als Range Extender in den meist kompakten Elektrofahrzeugen. Das DBFZ erhofft sich mit der Weiterentwicklung vor allem Nischen wie Personen- oder Verteilerverkehr in (sub-)urbanen Regionen ansprechen zu können.

Elektrofahrzeuge mit integriertem Range Extender sind technisch serielle Plug-in-Hybridfahrzeuge, die sowohl extern über die heimische Steckdose als auch fahrzeugintern über den Range Extender mit Energie versorgt werden. Plug-in-Hybridfahrzeuge gelten als vielversprechende Übergangslösung zur reinen Elektromobilität und können bereits jetzt einen bedeutenden Anteil zur Reduktion des CO2-Verbrauchs leisten.

Beim zukünftigen Ausbau der Elektromobilität kann der Einsatz von Biomasse zur Strom- bzw. Biokraftstoffproduktion als Reichweitenverlängerung einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors leisten. Um diesen Beitrag und die mit ihm verbundenen Kosten besser einschätzen zu können, werden im Projektverlauf die im Großraum Leipzig verfügbaren Bioenergiepotenziale dem erwarteten Bedarf durch Elektromobilität im Leipziger Verkehrssektor gegenübergestellt.

Die Untersuchungen sollen u. a. Antworten auf die folgenden Fragen liefern: Wie verändert sich zukünftig die Energienachfrage durch den Ausbau der Elektromobilität in Leipzig und welcher Anteil der Energienachfrage kann durch regionale Bioenergiekonzepte bereitgestellt werden? Zusätzlich erfolgt eine Bewertung der Treibhausgasemissionen aus der Nutzung unterschiedlicher, elektrisch betriebener Fahrzeugtypen und der möglichen Treibhausgaseinsparungen durch die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Leipziger Verkehrssektor.

Gemeinsam mit den Stadtwerken Leipzig und der Universität Leipzig wird im Projekt das Ziel zur Entwicklung eines Konzepts für Beschaffung, Organisation und Nachrüstung einer kommunalen Elektrofahrzeugflotte verfolgt. Dafür werden u. a. bis zu 50 Elektrofahrzeuge an Multiplikatoren übergeben und die Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung von optimierten Ladestrategien und deren Rückwirkung auf die Strommärkte betrachtet.

Hintergrund
Das Projekt Multi-Flottenaufbau ist eines von rund 40 Projekten im Schaufenster "Bayern – Sachsen Elektromobilität verbindet" und wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert.

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als "Schaufenster Elektromobilität" ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. EUR bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt. Weitere Informationen unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Jörg Schröder
Tel. +49 (0)341 2434-522
E-Mail: joerg.schroeder(at)dbfz(dot)de

Forschung für die Energie der Zukunft – DBFZ

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum arbeitet als zentraler und unabhängiger Vordenker im Bereich der energetischen Biomassenutzung an der Frage, wie die begrenzt verfügbaren Biomasseressourcen nachhaltig und mit höchster Effizienz zum bestehenden, vor allem aber auch zu einem zukünftigen Energiesystem beitragen können. Im Rahmen der Forschungstätigkeit identifiziert, entwickelt, begleitet, evaluiert und demonstriert das DBFZ die vielversprechendsten Anwendungsfelder der Bioenergie und besonders positiv herausragende Beispiele gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

http://www.twitter.com/dbfz_de

Pressekontakt:
Paul Trainer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 (0)341 2434-437
E-Mail: paul.trainer(at)dbfz(dot)de


Weitere Informationen:

https://www.dbfz.de/web/presse/pressemitteilungen-2014/leipziger-forscher-nehmen-bio-motor-zur-reichweitenverlaengerung-von-elektro-fahrzeugen-in-betrieb.html
http://schaufenster-elektromobilitaet.org/de/content/index.html

Paul Trainer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SEEDs – Intelligente Batterien mit zellinterner Sensorik
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft
24.07.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie