Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Land NRW fördert Weiterentwicklung der Lasertechnologie für die Photovoltaik

07.10.2011
NRW Umweltminister Remmel besucht Fraunhofer ISE Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen - Land NRW fördert Weiterentwicklung der Lasertechnologie für die Photovoltaik

Die Lasertechnik hält immer mehr Einzug in die Solarzellenproduktion und trägt dort zur Kostenoptimierung bei. Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Verbundprojekt »Angepasste Laserprozesse für Silizium-Solarzellen«, kurz ALPS, hat den Einsatz angepasster Lasertechnik in der Solarzellenproduktion zum Ziel, um so den Preis für Photovoltaikstrom weiter zu senken. Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, lässt sich anlässlich seines Besuchs am 6. Oktober 2011 im Fraunhofer ISE Labor- und Servicecenter in Gelsenkirchen den Stand der ALPS-Forschungsarbeiten erläutern.

Lasertechnik ermöglicht die kontaktlose Bearbeitung dünner Wafer und damit die Herstellung effizienterer Oberflächenstrukturen für kristalline Siliciumsolarzellen, die heute mit über 85 Prozent den Markt dominieren. Bei Dünnschichtsolarzellen ist die Lasertechnik unverzichtbar zur Strukturierung und Randbearbeitung. Im Rahmen des Projekts ALPS wird die Lasertechnik für beide Zelltechnologien weiterentwickelt. Koordiniert wird ALPS vom Fraunhofer ISE Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen, das auf über 30 Jahre Erfahrung in der Solarzellenentwicklung am Hauptsitz des Instituts in Freiburg zurückgreifen kann.

Die meisten derzeit eingesetzten Laser haben hauptsächlich gaußförmige Intensitätsprofile. Dies bedeutet, dass sie im Strahlzentrum zu stark und am Rand zu schwach sind – ein Nachteil für die Anwendung in der Solarzellenbearbeitung. Die Folge sind Laserschäden aufgrund zu hoher Laserintensität im Zentrum der Solarzelle sowie eine Verlängerung der Prozesszeit, weil aufgrund der geringeren Intensität am Rand der Zelle überlappende Laserschüsse notwendig sind.

Der ALPS-Lösungsvorschlag ist die Verwendung geformter Strahlprofile, die beispielsweise über eine rechteckige und homogene Intensitätsverteilung verfügen. Die vorhandene Laserenergie wird auf diese Weise optimal genutzt, Verluste werden reduziert und die Prozesszeit verkürzt. Großräumige Strahlprofile ermöglichen darüber hinaus die Bearbeitung großer Flächenanteile mit einem Laserpuls, wodurch sich die Bearbeitungszeiten weiter reduzieren lassen. »Erste Experimente zeigen zum Beispiel, dass sich bei Verwendung abgeflachter Strahlprofile zur Laserdotierung von Solarzellen der Durchsatz um den Faktor fünf steigern lässt, ohne dass es zu einer Schädigung der bearbeiteten Oberfläche kommt«, freut sich Dr. Dietmar Borchert, Leiter des Fraunhofer ISE Labor- und Servicecenters Gelsenkirchen.

Für folgende Prozessschritte in der Solarzellenherstellung wollen die Forscher die geformten Strahlprofile nutzbar machen: Lokales Öffnen von rückseitigen Passivierschichten für die Kontaktierung, Laserdotieren, lokales Ablatieren der Antireflexschicht für optimierte Metallisierungskonzepte, Kantenisolation, Lasertrocknen und Lasersintern siebgedruckter Kontakte sowie Lasertrocknen nach nasschemischer Bearbeitung. Die Arbeiten dienen vorbereitend der Entwicklung neuer Produktionsmaschinen.

Das ALPS-Projekt ist ein Verbundprojekt des Fraunhofer ISE LSC Gelsenkirchen mit den Industriepartnern Lissotschenko Mikrooptik GmbH (LIMO), 4Jet und EdgeWave. Es wird vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Energiewettbewerbs gefördert, die Förderung erfolgt aus Mitteln der EU und des Landeshaushalts.

Das Fraunhofer ISE Labor- und Servicecenter Gelsenkirchen ging im Oktober 2000, mit der Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, an den Start. Zielsetzung war, beispielhafte Rahmenbedingungen für das Zusammenspiel von industrienaher Forschung, Industrie und Nutzern zu schaffen. Das Labor zählt zu den Außenstandorten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, des mit rund 1100 Mitarbeitern größten europäischen Solarforschungsinstituts.

Kontakt:
Dr. Dietmar Borchert
Leiter LSC Gelsenkirchen
Telefon: +49 (0) 2 09/ 1 55 39-13
Fax: +49 (0) 2 09/ 1 20 90-93
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Informationsmaterial :
Presse und Public Relations
Telefon: +49 (0) 7 61 / 45 88-51 50
Fax: +49 (0) 7 61 / 45 88-93 42
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Heidenhofstraße 2
79110 Freiburg

Karin Schneider | Fraunhofer ISE
Weitere Informationen:
http://www.ise.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Schnell, günstig, tragbar: Testgerät PIDcheck prüft Solarmodule im Feld auf PID
18.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

nachricht Faszination Weltall - Erlanger Forscher züchten Kristalle in der Schwerelosigkeit
15.06.2018 | Fraunhofer IISB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics