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Knowledge and Innovation Community (KIC) InnoEnergy initiiert Dialog mit der Wirtschaft

18.07.2011
Chemische Energieträger sind Basis für eine nachhaltige Energieversorgung

Die „Knowledge and Innovation Community (KIC) InnoEnergy“ initiiert den Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Am Donnerstag, den 14. Juli 2011 hatte die „Knowledge and Innovation Community (KIC) InnoEnergy“ in Zusammenarbeit mit dem Steinbeis-Europa-Zentrum, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der BW Bank und der Universität Stuttgart Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen nach Karlsruhe eingeladen, um den Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung insbesondere durch Nutzung neuartiger Energietechnologien wie beispielsweise den Einsatz chemischer Energieträger zu vertiefen und gemeinsame Innovationsprojekte anzustoßen.

Erneuerbare Energien, insbesondere Windenergie, Wasserkraft, Bioenergie, Sonnenenergie oder Geothermie werden bei der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland und Europa eine große Rolle spielen. Da die zeitlich schwankende Verfügbarkeit von Sonne und Wind ausgeglichen werden muss, z. B. durch leistungsfähige aber auch öffentliche akzeptierbare Energiespeicher, übernehmen hochwertige chemische Energieträger, die aus biogenen und fossilen Brennstoffen oder über Syntheseprozesse erzeugt werden, eine wichtige Aufgabe, natürlich neben lastflexiblen Kraftwerken, einem größeren intelligent gemanagten Netzverbund oder der angebotsabhängigen Verbrauchersteuerung. „Hier sehen wir zahlreiche neue Geschäftsideen, die sich aus der Übertragung der Forschungsergebnisse in die Anwendung bei den Unternehmen entwickeln können und diesen Prozess werden wir mit den Möglichkeiten des KIC InnoEnergy unterstützen“, zeigte sich der fachliche Sprecher der chemischen Energieträger, Prof. Dr. Thomas Kolb vom KIT optimistisch.

„Damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können, brauchen wir gemeinsame Projekte, an denen sich Vertreter aus der Forschung und der Industrie gleichermaßen beteiligen. Nur so gelingt es, Forschungsergebnisse mit Innovationspotenzial schnell in marktreife Produkte umzusetzen. Das Steinbeis-Europa-Zentrum bildet hier vor allem die Brücke nach Europa zu europäischen Innovationen und Partnern“, hob Prof. Norbert Höptner, Europabeauftragter des Ministers für Finanzen und Wirtschaft und Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums hervor. Gelegenheit, um gemeinsame Projekte anzustoßen, gaben die drei interaktiven runden Tische zu den Themen „Ausgangsstoffe chemischer Energieträger“, „Wandlung chemischer Energieträger“ und „Nutzung chemischer Energieträger“.

Dr. Frank Diedrich, General Manager der KIC InnoEnergy Germany stellte die Ziele der europäischen Initiative vor, die vom European Institute of Innovation and Technology gefördert wird. Die KIC InnoEnergy SE ist eine Europäische Aktiengesellschaft mit dem Ziel, in innovative und nachhaltige Energielösungen zu investieren. Aktionäre sind führende europäische Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten. Die Investitionen liegen in den Bereichen Forschung und Technologie, Bildung und „Business Creation“. Der Fokus bei Forschung und Entwicklung liegt auf marktnahen Themen: die Projekte sollen in absehbar wenigen Jahren zu vermarktbaren Produkten oder Dienstleistungen führen. Die Arbeit der KIC InnoEnergy SE wird in sechs europäischen Ländern von Tochtergesellschaften bzw. Konsortien getragen. In Deutschland ist die KIC InnoEnergy Germany GmbH in Gründung.

„Eine Teilnahme ist auf unterschiedlichen Ebenen mit jeweils unterschiedlicher Intensität möglich“, so Diedrich. „Am einfachsten steigt man als Projektpartner ein. In der Praxis funktioniert das so, dass sich Partner aus Forschung und Industrie zusammenfinden, die ein Thema gemeinsam erarbeiten wollen. In einem Konsortialvertrag regeln die Partner, welche Ziele erreicht werden sollen, wer welche Arbeitspakete übernimmt, wie viel Geld investiert wird, wie viel Förderung beantragt wird und wie die Partner bezüglich neu geschaffener Patente umgehen wollen. Unter bestimmten Voraussetzungen können innovative Arbeitspakete bis zu 100 Prozent von der KIC InnoEnergy gefördert werden, bis maximal 100.000 € pro Jahr.“

Die Teilnahme an der KIC InnoEnergy eröffnet Zugang zum Netz führender europäischer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie zu Fördermitteln für zielgerichtete Arbeiten auf dem Gebiet innovativer, nachhaltiger Energielösungen. Die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind erneuerbare Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser), saubere Kohletechnologien, Energie aus chemischen Energieträgern (darin Biomasse), intelligentes europäisches Stromnetz und Stromspeicherung, intelligente energieeffiziente Gebäude und Städte sowie die Konvergenz von nachhaltiger Nuklear- und erneuerbarer Energie. KIC InnoEnergy ist offen für die Teilnahme von kleinen und mittleren Unternehmen und fordert diese auf, die Zukunft des Marktes aktiv mit zu gestalten.

Hintergrund:
KIC InnoEnergy – ein nachhaltiges Energiesystem für Europa durch enge Verzahnung von Forschung, Innovation und Bildung

Die internationale Wissens- und Innovationsgemeinschaft KIC InnoEnergy ist eine von drei „Knowledge and Innovation Communities“ (KIC), die seit Sommer 2010 vom Europäischen Institut für Innovation und Technologie (EIT) gefördert werden. In KIC InnoEnergy arbeiten 27 europäische Partner – Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Business Schools – an dem gemeinsamen Ziel, bis zum Jahr 2050 ein nachhaltiges Energiesystem für Europa zu schaffen. Die Ziele von KIC InnoEnergy entsprechen den Forderungen der EU-Kommission nach einer nachhaltigen Energieversorgung und einem klimaneutralen Energiekonzept für Europa. Das Zusammenspiel im Wissensdreieck Forschung, Innovation und Bildung ist dabei eine Priorität des Netzwerks. Insbesondere die Ausbildung von Nachwuchsunternehmern, entsprechende Doktorandenprogramme und eine enge Vernetzung der Partner sollen dafür sorgen, dass innovative Energietechnologien schneller auf den Markt kommen.

Die Initiierung des Netzwerks erfolgte durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Inzwischen wurde als Dachorganisation eine europäische Aktiengesellschaft (KIC InnoEnergy SE) mit Sitz in den Niederlanden gegründet. Sechs regional gebündelte Co-Location-Zentren bilden das KIC InnoEnergy Konsortium: „Benelux“, „Iberia“, „Alps Valleys“, „Sweden“, „PolandPlus“ und „Germany“. Jedes der sechs KIC InnoEnergy Co-Location-Zentren koordiniert ein für alle Partner wichtiges Thema im Bereich Energie.

Die deutsche Co-Location befasst sich mit dem Thema „Energie aus chemischen Energieträgern“. Zur deutschen Co-Location gehören neben dem KIT auch die Universität Stuttgart sowie als Unternehmen die EnBW. Weiterhin sind als Partner die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG-ISI, Karlsruhe), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Stuttgart, die Firma Intel (München), die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und das Steinbeis-Europa-Zentrum (SEZ) mit Büros in Stuttgart und Karlsruhe beteiligt. Das Steinbeis-Europa-Zentrum sorgt dafür, dass die geplanten Technologietransfermaßnahmen insbesondere KMU erreichen. Auf diese Weise soll der Anwendermarkt im Energiebereich brandneue Technologien schnell und wertschöpfend anwenden. Zudem wird das SEZ sich dafür engagieren, dass Frauen aus Wissenschaft, Bildung und Unternehmen dafür gewonnen werden, sich mit dem Thema Energie auseinanderzusetzen und mit ihren Fähigkeiten zu mehr Innovationen beitragen. Ebenso unterstützt das SEZ strategisch die Gründung von Start-ups.

Anette Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www..kic-innoenergy.com

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