Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grünes Rechenzentrum mit autarker Stromversorgung

27.11.2014

Ein neues Rechenzentrum in den USA gewinnt den Strom für seine Server komplett aus regenerativer Energie: Biogas aus einer Kläranlage wird in Brennstoffzellen zu Strom umgesetzt.

Siemens realisierte das kürzlich in Betrieb gegangene Pilotprojekt zusammen mit Microsoft und dem Unternehmen FuelCell Energy.

Eine Anbindung an das öffentliche Stromnetz hat das Zentrum nicht. Siemens entwickelte und installierte für die Anlage intelligente Steuerungs- und Überwachungstechnik sowie Energiemanagement-Software, damit die Server zu jeder Zeit stabil mit Strom versorgt sind. Die Partner wollen demonstrieren, dass sich mit intelligenter Hard- und Software auch kritische Installationen wie Rechenzentren mit alternativen Energiequellen zuverlässig betreiben lassen.

Die kleine Pilotanlage in Cheyenne im US-Staat Wyoming besteht aus 200 Servern und ist an das Supercomputing Center der Universität Wyoming angeschlossen. Das Methan zur Stromerzeugung entsteht im Faulturm der Kläranlage und wird an das Rechenzentrum geleitet. Dort wandelt eine Brennstoffzelle mit 300 Kilowatt (kW) Leistung das Gas elektrochemisch und damit verbrennungsfrei in Strom um.

Das Rechenzentrum wird von den erwarteten 250 kW erzeugten Stroms rund 100 kW selbst verbrauchen. Den Rest nutzt die Kläranlage und senkt so ihre eigenen Stromkosten. Für die kleine Pilotanlage gelten die gleichen hohen Anforderungen wie für große Rechenzentren:

Die Stromversorgung der Server muss absolut zuverlässig und unterbrechungsfrei sein, um teure Datenverluste auszuschließen. Dazu kommen hohe Vorgaben für die Qualität der Versorgung - schon Spannungsspitzen oder -einbrüche im Milli-sekundenbereich können den IT-Betrieb stören.

250 Kilowatt Leistung aus Biogas und Brennstoffzellen

Um diese Sicherheit zu gewährleisten, entwickelte Siemens die Energiemanagement-Software sowie intelligente Steuerungs-, Überwachungstechnik für die gesamte Energieversorgung. Das System überwacht die Biogaszufuhr sowie die produzierte elektrische Leistung und behält insgesamt den Betrieb der Brennstoffzellen im Blick. Die Lösung sorgt zudem für die geforderte Stromqualität.

Außerdem setzt das System vorzeitige Warnungen an die Betreiber des Rechenzentrums ab, sollte es zu Störungen der Stromqualität kommen oder sollte der prognostizierte Stromverbrauch die erzeugte Menge übersteigen.

Anhand der mit Hilfe des Überwachungssystems gewonnenen Informationen wollen die Partner demonstrieren, dass sich mit der Kombination von Biogas und Brennstoffzellen Rechenzentren zuverlässig mit Strom versorgen lassen.

Siemens entwickelte die Lösung speziell für dieses Rechenzentrum auf Basis der von Microsoft und dem Brennstoffzellenhersteller bereitgestellten Parameter. Ziel ist, eine Ressource wie Biogas für Großanlagen zu verwenden. (2014.11.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovation/de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden
19.01.2018 | Technische Universität München

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie