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Frischzellenkur für alternde Starkstromkabel

23.01.2014
Mit einem speziellen Sanierungsservice verlängert Siemens die Lebensdauer von Starkstromkabeln.

Nach dieser Behandlung können ältere Kabel weitere Jahrzehnte betrieben werden. So können Netzbetreiber größere Investitionen vermeiden, die ein Komplettaustausch mit sich bringen würde. Der Austausch von Kabeln kann für längere Zeit aufgeschoben werden.



Siemens setzt dazu ein patentiertes Verfahren seines US- Vertragspartners Novinium ein. Die Experten der Siemens-Division Smart Grid bieten den Service Califex Energieversorgern, Stadtwerken und der Industrie zunächst in Deutschland, Schweden und Norwegen für kunststoffisolierte Starkstromkabel an.

Viele Mittelspannungskabel, die in den 1970er und 1980er Jahren verlegt worden sind, erreichen nach und nach das Ende ihrer maximalen Einsatzdauer. Um Störungen im Mittelspannungsnetz durch Kabelfehler vorzubeugen, werden die älteren Kabel oft bereits vor dem Ende ihrer Lebensdauer ausgetauscht.

Der neue Kabelsanierungsservice von Siemens bietet dazu eine Alternative, die erheblich kostengünstiger sein kann als ein Austausch des kompletten Starkstromkabels.

Bei dem Verfahren, das die Lebensdauer verlängert, injizieren Wartungstechniker eine spezielle Flüssigkeit unter stetigem Druck in die Kabel. Damit erhöhen sie nachhaltig die Spannungsfestigkeit der Isolierung. Die verwendeten Flüssigkeiten sind nach Angaben des Partners Novinium schwer oder nicht brennbar, nicht toxisch oder gar krebserregend.

Je nach der Witterung und den Temperaturen, die die Kabel ausgesetzt sind, können verschiedene Flüssigkeiten verwendet werden, um die Behandlung den Umgebungsbedingungen anzupassen.

Das in die Jahre gekommene Kabel wird an der Anschlussstelle mit einem Injektionsadapter für das Einpressen der Flüssigkeit versehen. Aus Tankbehältern wird die Spezialflüssigkeit so lange in die Leiterzwischenräume gespritzt, bis sie am anderen Ende austritt. Das Kabel ist dann sofort wieder einsatzbereit. Es dauert danach noch etwa sieben Tage, bis der auf Silikon basierende Flüssigkeitsmix in die Kabelisolierung diffundiert ist und die Spannungsfestigkeit des Kabeldielektrikums wieder einen sicheren Wert erreicht hat. Die Prozedur bietet im Vergleich zu einem Austausch eine enorme Zeitersparnis und dauert bei durchgehenden Kabelstrecken oft nur wenige Stunden.

Siemens war bis in die 1990er Jahre einer der weltweit größten Kabelhersteller. Viele Erfahrungsträger sind weiterhin im Unternehmen, heute bei den Spezialisten von Smart Grid. Diese energieeffizienten und umweltgerechten Lösungen von intelligenten Stromversorgungsnetzen sind Teil des Siemens-Umweltportfolios. Rund 43 Prozent des Konzernumsatzes entfallen auf grüne Produkte und Lösungen. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. (2014.01.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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