Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung zeigt Erfolge bei Alterungstests von Abgaskatalysatoren im Betrieb mit Biokraftstoffen

14.04.2014

Im Rahmen des von der Forschungsvereinigung für Verbrennungskraftmaschinen e.V. (FVV) und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderten Forschungsvorhabens „Alterung von Dieselabgaskatalysatoren im Betrieb mit Biokraftstoffen“ konnte das Institut für Technische Chemie (ITC) der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) erste Erfolge auf dem Weg zur Entwicklung eines Schnelltests für die Alterung von Abgasnachbehandlungskatalysatoren erzielen.

Ziel des Forschungsvorhabens war es, das Verständnis der Desaktivierung von Dieselabgas-nachbehandlungskatalysatoren im Betrieb mit Biokraftstoffen zu vertiefen und einen Schnelltest zu entwickeln, der die Beurteilung respektive die quantitative Abschätzung der Langzeitstabilität von Dieselabgasoxidationskatalysatoren (DOC) und Katalysatoren zur Selektiven Katalytischen Reduktion von Stickoxiden (SCR) zur Dieselabgasnachbehandlung erlaubt.

Langfristig soll es möglich sein, die aktuell notwendigen, mehrere hunderttausende Kilometer umfassenden und äußerst zeitaufwändigen Fahrzeugdauerläufe zur Bestimmung der Emissionsstabilität erheblich zu reduzieren. Zeitgleich kann der Einfluss neuer Kraftstoffe auf die Katalysatorvergiftung schneller ermittelt und damit ein wichtiger Beitrag für die Nutzung von Biokraftstoffen im Verkehrssektor geleistet werden.

Im ersten Themenschwerpunkt des Forschungsvorhabens wurden am ITC eine Vielzahl an Fahrzeugkatalysatoren für die Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren hinsichtlich ihrer Material- und katalytischen Eigenschaften untersucht. Da die Abnahme der katalytischen Aktivität unter anderem vom Gehalt spezifischer Elemente wie Alkali- und Erdalkalimetalle, Phosphor und Schwefel im Kraftstoff beeinflusst wird, galt der zweite Themenschwerpunkt den Biokraftstoffqualitäten.

Die am DBFZ stichprobenartig durchführten Laboruntersuchungen sowie die ausgewerteten Marktstudien belegten die gleichbleibend standardgemäßen Biokraftstoffqualitäten auf dem deutschen Markt. Die Gehalte an katalysatorschädigenden Elementen wie Alkali- und Erdalkalimetalle, Phosphor und Schwefel unterschritten die vorgegebenen Grenzwerte in den letzten Jahren deutlich.

Für die im dritten Themenschwerpunkt durchgeführten Untersuchungen zur motorischen Alterung der DOC- und SCR-Katalysatoren am Motorprüfstand des DBFZ wurden dem verwendeten handelsüblichen Biodiesel die oben genannten katalysatorschädigenden Elemente mit dem Ziel hinzugegeben, eine Wirkung dieser Elemente auf das Abgasnachbehandlungssystem in vergleichsweise kurzer Prüfstandzeit nachweisen zu können. Um die Alterung mit Motorabgas stark zu beschleunigen, wurden für die Elementkonzentrationen Vielfache der gültigen Grenzwerte gewählt.

Durch Charakterisierung der real gealterten Katalysatoren sowie Proben, die am Motorprüfstand am DBFZ mit dotiertem Biodiesel erzeugt wurden, konnten am ITC verschiedene Materialeigenschaften mit katalytischen Eigenschaften korreliert werden. Auf diese Weise war es möglich, in einem umfangreichen vierten Themenschwerpunkt frische Katalysatoren im Labor des ITC gezielt zu vergiften und mit einem Mehrkomponenten-Ansatz die Materialeigenschaften oder die katalytischen Eigenschaften der Realproben nachzustellen.

Dazu wurden neben der Flüssigphasen- und Staubvergiftung auch Experimente zur hydrothermalen Alterung durchgeführt. Mit dem Schnelltest im Labor konnte eine Alterung innerhalb von Stunden erzielt werden. Die auf unterschiedliche Weise am Motorprüfstand und im Labor gealterten Katalysatoren liefern wertvolle Erkenntnisse und eine gute Datenbasis für weiterführende Untersuchungen, die in einem beantragten Folgevorhaben vorgesehen sind.

Ansprechpartner:
Franziska Hartmann/Jörg Schröder
Tel. +49 (0)341 2434-571
E-Mail: franziska.hartmann(at)dbfz(dot)de

Weitere Informationen:

https://www.dbfz.de/web/presse/pressemitteilungen-2014/forschungsvorhaben-zeigt-...

Paul Trainer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Stromindikatorklemmen mit Push-in-Anschluss
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Leiterplatten-Steckverbinder werkzeuglos montieren
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise