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Erdwärme versorgt Unterhaching mit Wärme und Strom

19.10.2009
Erstes geothermisches Kraftwerk mit Kalina-Verfahren

Die kommunal Verantwortlichen in Unterhaching können mit ihrem Geothermieprojekt sehr zufrieden sein: Das aus der Tiefe geförderte Wasser ist wärmer und ergiebiger als erwartet. Die Anlage liefert Fernwärme, die dank attraktiver Preise von den Bürgern rege nachgefragt wird.

Seit Frühjahr 2009 wird auch Strom erzeugt. Ein neues BINE-Projektinfo "Geothermische Stromerzeugung im Verbund mit Wärmenetz" (10/2009) stellt das Projekt, die geologischen und technischen Grundlagen sowie das Energiekonzept vor.

Unterhaching liegt geologisch im sogenannten süddeutschen Molassebecken. Hier, in der Region zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb und dem Nordrand der Alpen, lassen sich in einer Tiefe von 1.500 - 5.000 Metern große Erdwärmeressourcen erschließen. 2002 entschied sich der Gemeinderat für die Nutzung der geologischen Wärme. Mit zwei erfolgreichen Bohrungen gelang es, für ein Wärmenetz und ein Kraftwerk ausreichende Thermalwasservorkommen zu erschließen. Die Priorität der Anlage liegt auf der Wärmeversorgung. Nur der nicht benötigte Überschuss wird im Kraftwerk verstromt, in dem erstmals in der EU das innovative Kalina-Verfahren mit einem Ammoniak-Wasser-Gemisch als Arbeitsmedium eingesetzt wird. Mittlerweile hat das Wärmenetz eine Anschlussleistung vergleichbar mit 3.000 Haushalten erreicht. Die im Frühjahr 2009 angelaufene geothermische Stromerzeugung soll dem Jahresverbrauch von etwa 6.000 Haushalten entsprechen.

Derzeit sind in der Region, auch angeregt durch das Beispiel Unterhaching, bereits mehr als 100 geothermische Erlaubnisfelder erteilt worden. Das BINE-Projektinfo "Geothermische Stromerzeugung im Verbund mit Wärmenetz" (10/2009) ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich - im Internet unter www.bine.info oder telefonisch unter 0228 - 923790.

Pressekontakt

BINE Informationsdienst
Uwe Milles
Tel. 0228/9 23 79-26
Fax 0228/9 23 79-29
E-Mail presse@bine.info
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Rüdiger Mack | idw
Weitere Informationen:
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