Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Dialog über effiziente Energienutzung in Städten und Gemeinden anregen

27.01.2011
Mehr als die Hälfte aller Menschen lebt in Städten und produziert rund 70 Prozent aller Emissionen. Schätzungen sagen voraus, dass im Jahr 2050 der Anteil der Stadtbewohner bei 70 Prozent liegen wird.

Der Umgang mit Energie ist daher ein großes Thema für die Städte. Diesen Herausforderungen stellen sich das Steinbeis-Europa-Zentrum (SEZ) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Für die nächsten drei Jahre erhalten die Partner 4,5 Millionen Euro Fördermittel aus der EU-Begleitmaßnahme CONCERTO Premium. Ziel ist es, Städte und Gemeinden zu unterstützen, die ehrgeizigen Energie- und Klimaziele der EU 2020 zu erreichen.

Steinbeis-Europa-Zentrum und Karlsruher Institut für Technologie erhalten Zuschlag für die EU-Initiative CONCERTO Premium

Eine nachhaltige Energienutzung, der Einsatz erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Reduzierung von CO2 Emissionen sind die aktuellen Herausforderungen, wenn die Städte und Gemeinden die ehrgeizigen Energie- und Klimaziele der EU 2020 erreichen wollen. Mit ihrem Strategiepapier „Energie 2020 für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und sichere Energie“ hat die Europäische Union beschlossen, bis zum Jahr 2020 die Emissionen um 20 Prozent zu reduzieren. Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent zu erhöhen und die Energieeffizienz um 20 Prozent zu verbessern.

„Eine der größten Herausforderungen für die weltweite Entwicklung der menschlichen Gesellschaft in den nächsten Jahren ist die ausreichende Bereitstellung von Energie. Neben der Nutzung regenerativer Energien ist der intelligente Umgang mit der verfügbaren Energie sowie das energieeffiziente Bauen bzw. Renovieren eine sinnvolle Strategie. Europaweit gibt es bereits viele Forschungsarbeiten, Pilotprojekte und gute Beispiele für Anwendungen. Die -Initiative CONCERTO der Europäischen Kommission unterstützt erfolgreich solche Projekte, betont Prof. Dr. Norbert Höptner, Europabeauftragter des Wirtschaftsministers und Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums.

Das Besondere sei, dass die Erfahrungen aus abgeschlossenen Projekten in der Initiative CONCERTO-Premium strategisch zusammen getragen werden und potenziellen Anwendern in öffentlichen und privaten Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Man erhofft sich, dass diese bei zukünftigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt werden. „Damit die Einbeziehung dieses Wissens über energieeffizientes Bauen wirklich erfolgt, suchen wir den aktiven Dialog mit Vertretern der Städte und Gemeinden. Gute Beispiele liefern bereits die Städte Ostfildern und Neckarsulm“, so Höptner weiter.

„Unsere Energiezukunft erfordert den Einsatz neuer Technologien, die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis und die Unterstützung von Staat und Gesellschaft bei der Nutzung der Ergebnisse. Deswegen ist für dieses EU-Vorhaben die Partnerschaft von Steinbeis und KIT eine gute Voraussetzung für eine sachkundige Bewertung der Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen“, so Dr. Karl-Friedrich Ziegahn, Programmleiter Atmosphäre und Klima, Erneuerbare Energien und Rationelle Energieumwandlung und -Nutzung am KIT.

Im Zentrum stehen Wissenstransfer und das Lernen von guten Beispielen der nachhaltigen Energienutzung, des Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Themen Energieeffizienz und Reduzierung von CO2. Zusammen werden SEZ und KIT bereits erprobte Verfahren und Technologien evaluieren und bekannt machen. Als Grundlage des Monitorings dienen bereits erarbeitete gute Praktiken und die Projektergebnisse aus dem EU-Programm CONCERTO. Hier werden bereits 58 Kommunen in 23 Ländern dabei unterstützt, einzelne Stadtquartiere unter energiepolitischen Zielsetzungen zu gestalten. CONCERTO Premium unterstützt die Entscheidungsträger in den Gemeinden, die notwendigen Rahmenbedingungen für die energiepolitischen Ziele zu schaffen.

Das Konsortium von CONCERTO Premium besteht aus Experten des SEZ und KIT aus den Bereichen Forschung, Durchführung, Wissenstransfer, Kommunikation und Visualisierung. Das SEZ übernimmt die Koordination von CONCERTO Premium sowie die Verbreitung der Projektergebnisse.

Beispiel Ostfildern ( EU-Projekt POLYCITY):
Projektgebiet ist der Scharnhauser Park in Ostfildern, ein ehemaliges Militärgelände. Auf einer Fläche von ca. 150 Hektar entsteht ein städtebaulich hochwertiger und familienfreundlicher Wohn- und Arbeitsort. Der Scharnhauser Park ist als ökologisch vorbildhaftes Stadtentwicklungsprojekt konzipiert, bei dem für alle Neubauvorhaben Niedrigenergiestandards umgesetzt werden. Strom und Heizenergie erhält das Gebiet durch ein Biomasse-Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung, das hauptsächlich mit Abfallholz betrieben wird. Mit dieser Anlage kann zudem, über die Nutzung der Restwärme, Kühlung für Gewerbebetriebe bereitgestellt werden. Die dort anfallende und im Sommer ungenutzte Wärme wird durch thermische Kühltechniken für die Klimatisierung der Bürogebäude genutzt. Gleichzeitig haben alle Gebäude einen besonders hohen Dämmstandard erhalten, um im Winter unnötige Wärmeverluste zu vermeiden. Auch die Nutzung von Sonnenenergie ist vorgesehen.
Beispiel Neckarsulm: (EU-Projekt Energy in Minds)
Im Bereich der erneuerbaren Energien sollen im Projektgebiet zusätzlich zu den bereits installierten 14.000 Quadratmetern weitere 2500 Quadratmeter Kollektorflächen entstehen. Zum Maßnahmenbündel gehören neue Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 500Kilowatt/Peak, eine Netzerweiterung im Gewerbegebiet „Trendpark Süd“ für eine effizientere Nutzung der Biomasse sowie eine Infrastruktur für Holzpellets, die in etwa 20 Haushalten alte Heizungsanlagen ersetzen sollen. Außerdem sind Pilotprojekte geplant, darunter eine solar betriebene Trocknungsanlage für Klärschlamm und ein Feldversuch mit Stirling-Motoren, die mit Holzpellets angetrieben werden. Darüber hinaus soll ein Energiecheck für etwa zehn bis 20 Prozent aller Gebäude das vorhandene Einsparpotenzial verdeutlichen. Insgesamt werden etwa 200 Häuser und Wohnungen in der Innenstadt und auf der Viktorshöhe energetisch saniert.
Kontakt:
Steinbeis-Europa-Zentrum
Anette Mack, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0711-123 4023, E-Mail: mack@steinbeis-europa.de
KIT
Monika Landgraf, PKM/Presse
Tel.: +49 721 608-48126 , E-Mail: monika.landgraf@kit.edu

Anette Mack | Steinbeis-Europa-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.steinbeis-europa.de
http://www.neckarsulm.de/main/unser-neckarsulm/solarstadt-neckarsulm.html
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Graduiertenschule HyPerCells entwickelt hocheffiziente Perowskit- Dünnschichtsolarzelle
17.08.2017 | Universität Potsdam

nachricht Lasersensoren LAH-G1 – Optische Abstandssensoren mit Messwertanzeige
15.08.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik