Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bioabfälle zu Biomethan: Konzepte für fünf europäische Städte

11.03.2014

Das Abfallmanagement stellt viele europäische Regionen noch immer vor Probleme. Dabei kann organischer Müll durchaus nachhaltig weiter verarbeitet werden.

Das Projekt „UrbanBiogas“, dessen Ergebnisse das Kasseler Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) heute auf dem „Europäischen Biomethanworkshop“ in Brüssel vorstellt, zeigt, wie Kommunen und Städte ihre Bioabfälle zu Biomethan aufbereiten und damit einer nachhaltigen Nutzung zuführen.


Biogasaufbereitungsanlage in Lidköping, Schweden

Fraunhofer IWES

„Wir sehen in der Biogasproduktion aus Abfällen eine zukunftsweisende Technologie, um Müllentsorgungsprobleme vor allem in Städten zu lösen und die Erreichung der europäischen Zielvorgaben zur Abfallreduktion und Nutzung erneuerbarer Energien zu unterstützen“, betont Uwe Hoffstede, am IWES Leiter der Biogasanlagentechnik.

Deswegen unterstütze das im Rahmen des EU-Programms „Intelligent Energy for Europe“ geförderte Projekt „UrbanBiogas“ den Ansatz „Abfall zu Biomethan“ (Waste to Biomethan - WtB). Ziel sei es, für die am Projekt beteiligten Städte Abrantes (Portugal), Gydnia (Polen), Graz (Österreich), Zagreb (Kroatien) und Valmiera (Lettland) ein jeweils individuelles und tragfähiges WtB-Konzept zu entwickeln und auf den Weg zu bringen.

Technik zur Biogasaufbereitung zuverlässig

„Die Technik zur Biogasaufbereitung steht zur Verfügung und arbeitet zuverlässig“, erklärt der IWES-Experte für Gasaufbereitung und Gaseinspeisung, Michael Beil. Im Rahmen von „UrbanBiogas“ haben die IWES-Wissenschaftler die für die Energieversorgung und Müllentsorgung Verantwortlichen in den fünf Partnerstädten gezielt geschult. Zum Trainingsprogramm gehörten nicht nur technologische Verfahren und Betriebskonzepte der Produktion und Aufbereitung von Biogas, sondern auch Finanzierungswege und die Mechanismen der Wertschöpfungskette.

„Gemeinsam mit den Arbeitsgruppen unserer Projektpartner ist es uns gelungen, Konzepte zu entwickeln, die die Reststoffpotenziale in der jeweiligen Region ausschöpfen und die sowohl technisch als auch wirtschaftlich umsetzbar sind“, zieht Beil nach dreijähriger Projektarbeit eine positive Bilanz.

Partnerstädte in Portugal, Polen, Österreich, Kroatien und Lettland

Alle fünf Partnerstädte wollen diese Konzepte nun in die Praxis umsetzen und damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung der von der Europäischen Union vorgegebenen Ausbauziele für die erneuerbaren Energien leisten. So will unter anderem die lettische Stadt Valmiera noch in diesem Jahr mit der Bauplanung für eine Biogasanlage beginnen und für dieses Projekt rund 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Ziel ist es, die rund 7000 Tonnen, die hier jährlich an organischen Reststoffen anfallen, und die rund 3000 Tonnen Grünschnitt pro Jahr energetisch für die direkte Verstromung zu nutzen statt diese Bioabfälle wie bislang zu kompostieren. Experten gehen davon aus, dass mit dieser Menge ca. 3000 MWh Strom erzeugt werden können. Dies würde den Jahresbedarf von rund 800 privaten Haushalten decken.

Europäischer Biomethanworkshop informiert über Ergebnisse

Im Rahmen des „Europäischen Biomethanworkshops“ informierten die IWES-Wissenschaftler in Brüssel ihre europäischen Kollegen über die Erkenntnisse aus dem Projekt „UrbanBiogas“. Im Fokus stand hierbei die Entwicklung des Biomethanmarktes in Europa, seine Wertschöpfungskette und die effiziente Biomethannutzung in den beteiligten Partnerländern.

„Nach unserer Einschätzung stehen die Hersteller von Biogasanlagen in den Startlöchern, um ihre Anlagen nach dem Einbruch des deutschen Marktes europaweit zu vermarkten“, sagt Beil. Weitere Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Biomethanprojekte „GreenGrasGrids“ und „Biomaster“.

Projektseite „UrbanBiogas“ http://s.fhg.de/HmL
Veranstaltungsseite: http://european-biogas.eu/events/biomethane-workshop/

Fachansprechpartner:

Dipl.-Ing. Uwe Hoffstede
Gruppenleiter Biogasanlagentechnologie
Telefon +49 561 7294-438
uwe.hoffstede@iwes.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Michael Beil
Gruppenleiter Gasaufbereitung, -einspeisung und -netze
Telefon +49 561 7294-421
michael.beil@iwes.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iwes.fraunhofer.de

Uwe Krengel | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie