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Biat optimiert Diagnoseprozesse in der Kfz-Werkstatt

26.07.2011
Mit Hilfe von Web 2.0-Technologien wird die Zusammenarbeit von Experten in den Kfz-Werkstätten unterstützt, so dass Problemfälle schneller gelöst und Diagnosekompetenzen ausgebaut und gesichert werden.

Ein Projektkonsortium der Universitäten Flensburg und Bremen, der Firma Lux Personal & Kommunikation, dem Kfz-Gewerbe und Volkswagen Service Deutschland entwickeln ab dem 1. Juli 2011 ein „kollaboratives Diagnosenetzwerk für die Kfz-Servicearbeit“ (KODIN-Kfz) im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Neue Medien in der Bildung“.

In Kfz-Werkstätten treten immer häufiger Fehler an den Fahrzeugen auf, für die es keine unmittelbare Fehlerabhilfe gibt. Und dies trotz zunehmender Computerisierung der Diagnosewerkzeuge.

„Die Fehlersuche mit den elektronischen Diagnosesystemen allein führt nach unseren Untersuchungen nur in ca. 55 % der Fälle zum Ziel“, so Prof. Dr. Matthias Becker vom Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat). Seit 15 Jahren beschäftigt er sich bereits mit den für die Diagnose notwendigen Strategien, Konzepten und Qualifizierungsprozessen.

Als Professor für die Berufliche Fachrichtung Fahrzeugtechnik weiß er, dass technische Lösungen für die Diagnose stets das Erfahrungswissen der Facharbeiter mit einbeziehen müssen, sollen diese erfolgreich sein. „Entscheidend ist, die Diagnoseprozesse so zu gestalten, dass die Probleme schneller gelöst, das dabei entstehende Wissen gesichert und durch die Nutzung des Diagnosesoftware ein Lernen im Arbeitsprozess unterstützt wird“, so Becker. Genau dieses soll durch die Entwicklung einer innovativen Diagnosesoftware erreicht werden, die über das Internet die Fachexperten vernetzt.

Dazu wird eine clientseitige Software (KODIN-Software) entwickelt, die als Programm auf dem Desktop der Diagnosegeräte zur gemeinsamen Problemerarbeitung genutzt wird. Zentraler Bestandteil der Anwendung ist ein intuitiv zu bedienender Diagnoseeditor, der ein vernetztes und gemeinschaftliches Arbeiten über die Betriebsgrenzen hinaus ermöglicht. Die einzelnen Diagnoseschritte im Arbeitsprozess lassen sich in der Community gemeinsam erarbeiten und dokumentieren. Von diesem kooperativen Lernen im Arbeitskontext profitieren letztlich alle Beteiligten.

„Die Entwicklung von KODIN-Kfz vereint die sonst eher konfliktbehafteten Zielsetzungen des Lernens in der Arbeit und der Verbesserung der Qualität und Effizienz der Arbeit im Kfz-Service bei der Fehlersuche und die Hersteller können zugleich mit den dokumentierten Lösungen aus der Praxis die Diagnoseabläufe optimieren", erläutert Prof. Dr. Becker die Vorzüge des Forschungsprojekts.

Das Projekt läuft bis Mitte 2014 und gliedert sich in mehrere Phasen: Zunächst wird in den Werkstätten der Prozess der Fehlersuche und -behebung untersucht. Die Ergebnisse fließen dann in die technische Realisation der Web 2.0-Anwendung ein, mit der dann die Experten in der Kfz-Werkstatt gemeinsam an der Fehleridentifikation und –behebung arbeiten. Nach mehreren Erprobungs-, Qualitätssicherungs- und Optimierungsphasen wird die Software den beteiligten Institutionen zur Verfügung gestellt.

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.

Kontakt Prof. Dr. Matthias Becker, biat, Universität Flensburg: becker@biat.uni-flensburg.de, Tel.: 0461/805-2160

Dr. Helge Möller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de/

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