Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiegewinnung durch Flugdrachen

18.07.2007
Nachwuchsingenieure der Universität Bremen präsentieren ihre Entwicklungen

Eine leichte Brise aus Süd-West, der Drachen fliegt, die Bodenstation steht, und das Drähtchen in der Glühbirne glimmt: Voller Erfolg für die Studentengruppe. Mit ihrem Drachen kann sie aus Wind Energie gewinnen.

Wie viel, das ist bei dieser Prüfung unwichtig. Das Publikum, das sich im gebotenen Sicherheitsabstand um das Testfeld hinter dem Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (BIBA) an der Universität Bremen versammelt hat, applaudiert. Hunderte sind zur Präsentationen der 250 Nachwuchsingenieure am Fachbereich Produktionstechnik gekommen.

Aufgeteilt in zehn Gruppen haben die Studierenden an ihren Entwicklungen gearbeitet und diese zum Semesterabschluss vorgestellt. "Energiegewinnung durch Flugdrachen" hieß es in dem Aufgabenpapier der Lehrveranstaltung Produktionstechnik IV (PT4) und: "Viele Ansätze sind denkbar ...". Entsprechend groß war die Vielfalt der Lösungen. Es gab Systeme mit einem großen oder mit vielen kleinen Drachen, es gab Kraftanlagen an der Drachenschnur oder komplexe, mit Betonplatten beschwerten Bodenstation. Und alle haben etwas herausgeholt aus der Energie des Windes. Wenn es bisweilen auch nur ein paar Watt waren, die zum Aufleuchten einer 25-Watt-Birne reichten.

Aber das war den zwölf betreuenden Wissenschaftlern des BIBA und des Arbeitswissenschaftlichen Institutes Bremen (AIB) auch gar nicht so wichtig. Zu bewerten hatten sie die Gesamtleistungen der zehn Teams. Einen Blick auf das Ganze sollten die Studierenden bekommen: Was braucht es, um ein Produkt zu entwickeln und dann auch auf den Markt zu bringen? Und wofür ist es wichtig, was zu studieren? "Das, was wir hier von den Studierenden gefordert haben, können sie alles noch gar nicht können! Das wissen wir, und das ist auch so gewollt", sagte Dipl.-Ing. Thomas Behrmann, einer der Betreuer. "Im Grundstudium fehlt es noch an Methoden- und Fachwissen", erklärt er. Aber man wolle den künftigen Ingenieuren mit dieser Art der Ausbildung zeigen, wofür sie was lernen müssten. "Hier geht es um Motivation und um den Überblick!"

In nur drei Monaten mussten die künftigen Produktionstechniker, Wirtschaftsingenieure und System Engineers in 25er-Gruppen ein "Unternehmen" gründen - vom Management über Buchhaltung, Entwicklung und Konstruktion über Montage und Test bis hin zu Einkauf und Marketing. Sie mussten ein Produkt entwickeln, herstellen und darüber nachdenken, wie es auf dem Markt zu platzieren ist. Dabei hatten die Gruppen nur einen kleinen Etat. In diesem Jahr waren es ganze 200 Euro. Also mussten die Studierenden auch noch Sponsoren finden.

"Das ist Realität", sagt Professor Dr.-Ing. Gert Goch. "Und darauf wollen wir unsere Studentinnen und Studenten vorbereiten!" Seit 2000 bietet die Universität Bremen seinen Viertsemester-Studierenden diese sehr aufwändige Lehrveranstaltung an. Sie ist für das Ingenieur-Grundstudium außergewöhnlich praxisorientiert. "Unsere Aufgabe ist es einerseits, das fachliche Wissen zu vermitteln, aber andererseits wollen wir auch motivieren und adäquat auf das Leben nach dem Studium vorbereiten", sagt Goch. "Und das möglichst früh."

Die Resonanz der Studierenden bestätigt die Bremer Wissenschaftler. Die Qualität des Studiums habe ihn nach Bremen gezogen, sagt zum Beispiel Sören Böge. Der Hamburger studiert Wirtschaftsingenieurwesen und ist begeistert von der Praxisnähe. Trotz der vielen Arbeit ist die Veranstaltung PT4 bei den Studierenden sehr beliebt, aber für die zwölf Betreuer ist sie kaum noch zu bewältigen. Dennoch fiel im Interesse des Ingenieur-Nachwuchses am Fachbereich Produktionstechnik jüngst der Entschluss, das Angebot weiter aufrecht zu erhalten. "Mehr noch", sagt Goch. Künftig werde die Lehrveranstaltung bereits im 3. Semester angeboten.

Ihre Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Thomas Behrmann, Tel.: 0421 218-56 27, 0174 183 50 94, E-Mail: rt@biba.uni-bremen.de
Dipl.-Ing. Wolfgang Echelmeyer, Tel.: 0172 437 57 25, E-Mail: ech@biba.uni-bremen.de

Dipl.-Wi.-Ing. Ernesto Morales Kluge, Tel.: 0421 21855 80, E-Mail: mer@biba.uni-bremen.de

Sabine Nollmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de
http://www.biba.uni-bremen.de
http://www.flickr.com/photos/kontexta/sets/72157600761864979/

Weitere Berichte zu: Drache Energiegewinnung Flugdrache Produktionstechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik
17.02.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

nachricht Verborgene Talente: Mit Bleistift und Papier Wärme in Strom umwandeln
16.02.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics