Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit der Kraft der Sonne warm duschen – ein tolles Gefühl!

16.05.2007
DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ begleitet Hausbesitzer auf Weg zum modernisierten Gebäude

Das Ergebnis der detaillierten Energieberatung wird den Osnabrücker Peter Kiesewetter überraschen: Nicht die oberste Geschossdecke entpuppte sich als die größte Energieschleuder, sondern die Außenwände. Laut Gutachten gehen über die Haut seines Gebäudes über 40 Prozent der Heizenergie verloren.

30 Prozent Wärme verpuffen über die alten Fenster und zehn über das Dach. Im Rahmen der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte Handwerksmeister Ralf Oeverhaus bei Kiesewetter schon einen ersten Energie-Check durchgeführt. Wie die meisten älteren Häuser, die vor 1980 gebaut wurden, ist auch seine Immobilie sanierungsbedürftig – das zeigte der kostenlose Überblick. Jetzt kam DBU-Projektleiter und Energieberater Martin Fellbaum zum Lehrer Kiesewetter, um ihm ein detaillierteres Gutachten mit möglichen Maßnahmen und ersten Kostenabschätzungen zusammenzustellen.

Noch verbrauchen private Haushalte mehr als die Industrie

... mehr zu:
»Dämmung »Energieberater »Fellbaum

Schritt für Schritt zum sanierten Haus: Mit der auf fünf Jahre angelegten bundesweiten Kampagne will die DBU in Zusammenarbeit mit dem Handwerk mehr Hausbesitzer motivieren, ihre Immobilien energetisch zu sanieren. „Schließlich sparen modernisierte Häuser Energie und schonen das Klima“, betonte Fellbaum. Zur Zeit verbrauchten private Haushalte in Deutschland noch mehr Energie als die Industrie. Fellbaum: „Das muss sich ändern.“ Die Kampagne weist Hausbesitzern einen Weg durch das komplexe Thema: Nach dem kostenlosen Energie-Check, den Handwerker durchführen, erhalten Hausbesitzer eine Broschüre und damit weitere Ansprechpartner an die Hand. Dann sollte nach Meinung des Projektteams ein detailliertes Gutachten erstellt werden. Damit könnten Eigentümer zinsgünstige Darlehen etwa bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Ein Energiegutachten helfe aber auch, das große Ganze im Auge zu behalten: „Wer etwa seine Fenster austauscht, ohne sich die Außendämmung anzuschauen, zahlt im Zweifel doppelt“, wusste Fellbaum.

„Begeisterter Energiesparer" verdient schon mit Solarstrom

Peter Kiesewetter kennt sich schon gut mit Sanierungsmöglichkeiten aus: Im vergangenen Jahr hat sich der „begeisterter Energiesparer“ eine thermische Solaranlage als Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung auf das Dach montieren lassen. „Immer wenn ich jetzt unter der Dusche stehe, weiß ich: Das Wasser wurde von der Sonne erwärmt. Ein tolles Gefühl“, betonte Kiesewetter. Eine Photovoltaikanlage sorgt außerdem für Strom, den der Lehrer ins öffentliche Stromnetz einspeist. Eine Anzeige in seinem Wintergarten signalisiert ihm, wie viel Strom sie gerade liefert. „In den vergangenen zehn Monaten habe ich schon knapp 1000 Euro mit meinem Solarstrom eingenommen“, erklärte der Hausbesitzer mit einem Lächeln im Gesicht. Aber damit nicht genug. „Was nützt die beste Heizungsanlage, wenn doch zuviel Energie durch die schlechte Dämmung der Wände entweicht“, fragte Fellbaum.

Zehn Zentimeter Dämmung senken den Verbrauch um ein Viertel

Der Energieberater berechnete mögliche Varianten, um den Hauszustand weiter zu verbessern. Zur Zeit verbrauchen die drei Wohneinheiten auf 200 Quadratmetern im Jahr rund 32.000 Kilowattstunden Energie. Um die Außenwände besser zu dämmen, schlägt Fellbaum ein sogenanntes Wärmedämmverbundsystem vor, das eine Fachfirma auf dem Putz aufkleben könnte. Zehn Zentimeter zusätzliche Dämmung würden Kiesewetter helfen, 25 Prozent Energie einzusparen. Kostenpunkt: etwa 15.000 Euro. Würde der Lehrer außerdem alle Fenster mit einer Wärmeschutzverglasung versehen, könnte er schon 35 Prozent sparen und würde insgesamt etwa 32.000 Euro bezahlen. Da Kiesewetter selbst schon angefangen hat, seine Kellerdecke mit vier Zentimeter dicken Dämmplatten auszustatten, berechnete Fellbaum auch diese Einsparung: Insgesamt würde der Hausbesitzer dann knapp 38 Prozent weniger Energie verbrauchen und damit den aktuellen Neubaustandard unterschreiten. Für Kiesewetter ist klar: Sollte die Finanzierung der Maßnahmen möglich sein, will er weiter sanieren. „Ich bin sehr angetan von der Idee“, betonte er schon nach der Energieberatung. Auch das DBU-Projektteam bleibt am Ball und wird Peter Kiesewetter auf seinem Sanierungsweg weiter begleiten.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Dämmung Energieberater Fellbaum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie