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Biomasseverbrennung für nachhaltige Energie

18.01.2007
ttz-Wissenschaftler stärken europäische Kommunikation für Biomassenutzung zur Verringerung des CO2-Ausstoßes

Nachwachsende Rohstoffe sind vielseitig zur Energieerzeugung einsetzbar. Neben der Herstellung von Biogas wird Biomasse als Brennmaterial eingesetzt. Im EU-Projekt NETBIOCOF beschäftigen sich Partner aus 19 Ländern mit der Co-Verbrennung. Bei dieser Form der Energieerzeugung wird ein Teil der fossilen Brennstoffe durch Biomasse, Abfälle oder andere Reststoffe ersetzt.

Vorrangiges Ziel hierbei: Die Verringerung der CO2-Emmissionen. In dem Forschungsprojekt haben sich Experten aus den Bereichen Co-Verbrennung und der energetischen Nutzung erneuerbarer Energien unter der Koordinationen des ttz Bremerhaven zusammengeschlossen. Sie wollen Know-how bündeln und EU-weit den Forschungsbedarf erörtern. Somit soll bestehendes Wissen gezielt an alle EU-Staaten weitergegeben und technische Entwicklungen unterstützt werden.

Ein besonderer Fokus liegt auf den jungen Mitgliedsstaaten der EU. "Wir sehen hier ein großes Potential für den gezielten Anbau von Biomasse. Gerade in den stark ausgeprägten landwirtschaftlichen Sektoren neuer Mitgliedsstaaten fördert die EU den Anbau von Biomasse zur Energieerzeugung", erläutert Barbara de Mena Pardo, Projektleiterin am Umweltinstitut des ttz Bremerhaven. Im Projekt NETBIOCOF geht es insbesondere darum, den Kohleverbrauch in Kohlekraftwerken zu verringern. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe ist dringend erforderlich zur Erreichung der Ziele, die sich die EU zur Verringerung des Treibhauseffektes gesetzt hat.

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»Biomass »Co-Verbrennung »NETBIOCOF

Ziele des Projektes

Das Team aus Wissenschaftlern, Verbänden und Verfahrensspezialisten untersucht die Stärken und Schwächen bestehender Prozesse und unterbreitet Vorschläge für deren Optimierung bzw. Ausbau. Außerdem werden Erfahrungswerte zusammengetragen, um zum einen das optimale Verhältnis von Biomasse zu Kohle bei der Co-Verbrennung festzulegen. Zum anderen wird untersucht, welche Holzarten und Restprodukte sich am besten zur Co-Verbrennung eignen. Dabei sollen auch regionale Besonderheiten in Bezug auf die zur Verfügung stehenden Biomassequellen berücksichtigt werden.

Projektphasen

Derzeit geht das Projekt in die zweite Phase: Nachdem alle relevanten Informationen dieses Energiesektors von den Partnern zusammengetragen wurde, erfasste das Konsortium den derzeitigen Forschungsstand und die neuesten Entwicklungen der Co-Verbrennung in den einzelnen Mitgliedsländern. Hierbei wurden "best practice"-Beispiele gesammelt, aber auch technische und sonstige Barrieren identifiziert, die einer breiten Anwendung europaweit bislang im Weg standen.

Derzeit wird der zukünftige Forschungsbedarf festgelegt und ein Wegweiser für die weitere Entwicklung der Co-Verbrennung erarbeitet. Diese Richtlinien berücksichtigen sowohl technologische und wissenschaftliche als auch soziale, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte. Alle relevanten Gruppen, angefangen bei den Regierungen, politisch Verantwortlichen bis hin zu Industrie und Betreibern, werden mit einbezogen, um den Einsatz erneuerbarer Energien in der Co-Verbrennung bestmöglich zu unterstützen.

Wissenstransfer

Der wichtigste Teil des Projektes besteht dann in der Weitergabe des Wissens. In rund zehn lokalen Seminaren wird ein Austausch zwischen Forschern, Anwendern und Politikern stattfinden, um Entwicklungen in der Co-Verbrennung voran zu treiben. Besonderes Highlight und Projektabschluss bildet die Internationale Konferenz (2.-4. Juli 2007) zur Biomasse- und Co-Verbrennung in Budapest. Alle an der Thematik Interessierten können sich dort drei Tage lang mit Experten der ganzen Welt über die Möglichkeiten und Grenzen der Co-Verbrennung austauschen. "Seminare vor Ort sind ebenso wie Konferenzen oder Messen der wichtigste Bestandteil dieser Koordinierungsmaßnahmen. Es ist für uns immer wieder erstaunlich, welche Entwicklungspotenziale und Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen solcher Projekte entstehen", erklärt Dr. Gerhard Schories, technischer Leiter des Umweltinstitutes. Er hat in den vergangen Jahren mehrfach die Erfahrung gemacht, dass EU-Projekte dieser Art meist viele Folgeprojekte nach sich ziehen, in denen der erörterte Forschungsbedarf gezielt in die Tat umgesetzt wird.

Das Projekt NETBIOCOF (Integrated European Network for Biomass Co-firing) ist eine Koordinierungsmaßnahme im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm. Es startete im August 2005 und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission mit rund 1 Million Euro gefördert. Am Projekt sind Partner aus folgenden Ländern beteiligt: Deutschland, Dänemark, Schweden, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Belgien, Ungarn, Rumänien, Polen, Estland, Litauen, Türkei, Ukraine und Weißrussland.

Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement.

Kontakt:
Anke Janssen,
ttz Bremerhaven, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel.: 0471 / 4832-121/-124
FAX: 0471 / 4832-129
E-Mail: ajanssen@ttz-bremehaven.de

Anke Janssen | idw
Weitere Informationen:
http://www.netbiocof.net
http://www.ttz-bremerhaven.de

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