Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grünes Licht für innovatives Biomassevergasungs-BHKW in Baden-Württemberg

11.01.2007
Neue ZSW-Technologie gewinnt neben Strom und Wärme auch Wasserstoff und Erdgassubstitut

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat eine neue Technik zur Herstellung von hochwertigem Gas aus Biomasse entwickelt. Nach erfolgreichem Laborbetrieb hat die Landesregierung Baden-Württemberg im Dezember grünes Licht für die Förderung eines Blockheizkraftwerks auf der Basis der ZSW-Biomassevergasung gegeben. Die Demonstrationsanlage mit rund 10 Megawatt thermischer Leistung soll dieses Jahr gebaut werden. Die Anlage ist vorerst als BHKW zur Produktion von Strom und Wärme geplant. Mit einer Zusatzinvestition kann sie um die Produktion von Kraftstoff erweitert werden - das Verfahren des Stuttgarter Instituts erlaubt auch die direkte Gewinnung von Wasserstoff oder Erdgassubstitut.

„Die Entscheidung der Landesregierung ist ein Meilenstein für diese innovative Biomasse-Technologie. Sowohl die künftige Energieversorgung als auch die Landschaftspflege werden davon profitieren“, sagt ZSW-Vorstand Dr. Thomas Schott. „Wir freuen uns, dass das in Baden-Württemberg entwickelte Verfahren als Leuchtturmprojekt im Land zum Einsatz kommt.“ Wo die Investition getätigt werden soll, klärt das Land derzeit mit kommunalen Energieversorgern. Im Gespräch ist die Gegend um das neue Biosphärengebiet „Schwäbische Alb“ mit seinem großen Biomasseangebot.

Das AER-Verfahren (Absorption Enhanced Reforming) wurde unter Führung des ZSW gemeinsam mit der Universität Stuttgart und weiteren europäischen Partnern entwickelt. Hierbei wird die feste Biomasse in ein wasserstoffreiches Gasgemisch umgewandelt. Der Clou steckt im Einsatz von Absorbermaterialien im Vergasungsprozess. Das erlaubt eine völlig neuartige Steuerung des Wasserstoffgehalts und damit eine breite Anpassung des Gases an die weitere Verwendung.

... mehr zu:
»Biomasse »SOLAR »Wasserstoff

So enthält das Rohgas Wasserstoffgehalte von rund 70 % - das ist weltweiter Rekord! Es kann in Richtung Wasserstoffnutzung weiterverarbeitet werden, bei einer Konditionierung in Richtung hohen Methangehalts eignet sich das Gas aber auch zur Einspeisung in das Erdgasnetz oder zur Betankung von Erdgasautos.

Als primäre Ressource nutzt das geplante BHKW Holz. Die Technik ist aber auch offen für den Einsatz bisher ungenutzter Biomassen aus der Landwirtschaft. Denn der AER-Prozess läuft bei einer deutlich niedrigeren Vergasungstemperatur als bei konventionellen Verfahren ab. Die in großem Umfang anfallenden Restbiomassen sind damit prinzipiell energetisch verwertbar: Etwa Stroh mit seinem niedrigen Ascheschmelzpunkt, das bisher kaum thermochemisch genutzt werden konnte, aber auch Restholz oder feuchte Biomassen. Das erweitert das Energiepotenzial der Ressource Biomasse erheblich und kann zur Entlastung des angespannten Holzmarkts führen.

Die neue Technik ist auch für die baden-württembergische Industrie im Maschinen- und Anlagenbau von Interesse. Hier tätige Unternehmen können mit dem neuen Verfahren ihr Geschäftsfeld erweitern und einen Wettbewerbsvorteil erlangen.

Das ZSW gehört zu den international führenden Forschungseinrichtungen für Dünnschicht-Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen. Das Institut engagiert sich vor allem für den beschleunigten Technologietransfer in die Industrie. Jüngstes Beispiel ist die Einweihung der Würth Solar-Fabrik zur Serienherstellung von Dünnschicht-Photovoltaikmodulen in Schwäbisch Hall im Oktober 2006. Das Institut setzt derzeit mit 120 Beschäftigten rund 16 Millionen Euro pro Jahr um - der Großteil stammt aus der Industrieforschung und von öffentlichen Auftraggebern.

Ansprechpartner Pressearbeit

Dr. Klaus Heidler Solar Consulting, Solar Info Center, D-79072 Freiburg, Tel. +49/761/38 09 68-0, Fax +49/761/38 09 68-11, info@solar-consulting.de, www.solar-consulting.de

Ansprechpartner für inhaltliche Fragen

Dr. Thomas Schott, Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ZSW, Industriestr. 6, D-70565 Stuttgart, Tel. +49/711/78 70-224, Fax. +49/711/78 70-100, thomas.schott@zsw-bw.de

Axel Vartmann, Projektleiter Pressearbeit, Marketing

Dr. Klaus Heidler Solar Consulting
Personalentwicklung, Pressearbeit. Marketing
Solar Info Center
D-79072 Freiburg
Besuchsadresse:
Emmy-Noether-Straße 2
79110 Freiburg
Tel.: +49/761/38 09 68-0
Fax: +49/761/38 09 68-11
E-Mail: vartmann@solar-consulting.de

Dr. Klaus Heidler | Solar Consulting
Weitere Informationen:
http://www.zsw-bw.de
http://www.solar-consulting.de

Weitere Berichte zu: Biomasse SOLAR Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Körperenergie als Stromquelle
22.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht „Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?
22.08.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen