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Die Nutzung der Wärme aus dem Erdinneren

27.12.2006
Ein neues Metallverfüllungsverfahren, das in der Anlage von Soultz in Frankreich entwickelt wurde, hilft Europa beim Erhalt seiner Führungsrolle in der Hot-Dry-Rock-Forschung.

Im Inneren der felsigen Erdkruste gespeicherte Wärme kann genutzt werden, um von der Oberfläche hinab gepumptes Wasser zu erhitzen. Wenn dieses Wasser an die Erdoberfläche zurück gelangt, kann es direkt für Heizzwecke oder zur Stromgewinnung genutzt werden.

Die Temperatur nimmt mit der Tiefe zu, wodurch auch die gesamte Wirtschaftlichkeit des Systems mit der Zunahme der Tiefe ansteigt. Aus diesem Grund muss möglichst tief gebohrt werden, was jedoch kompliziert ist. Es muss eine spezielle Ausrüstung hergestellt werden, die gegenüber den hohen Temperaturen und auch der Salzlauge tief unter der Erdoberfläche widerstandsfähig ist.

Im Verlauf des HOT DRY ROCK ENERGY-Projekts nutzte GEIE die Grundlagen von MeSy und SOCOMINE, um tiefer als je zuvor gehen zu können. Dies geschah durch die Konstruktion einer Metallverfüllung aus einer korrosionsbeständigen Kupfer-Nickel-Legierung. In der Tiefe wird die Verfüllung mit Hochdruckzement aufgepumpt. Mit der neuen Verfüllung war es für GEIE möglich den Bohrbrunnendurchmesser um fast 50% auf reichlich 30cm zu vergrößern. Zur Bewältigung der zunehmenden hydraulischen Belastung der Technik wurden acht verschiedene Prototypen gebaut.

Die Experimente mit den neuen Verfüllungen im Bohrloch GPK3 in Soultz verliefen erfolgreich. Während der Tests in GPK4 traten Probleme auf, da der Druck kritische Marken überstieg, weshalb der Zement bereits aushärtete, als noch nicht die gesamte Menge aus dem Gehäuse ausgebracht war. Eine nachfolgende Messdatenerfassung bezeichnete die genaue Tiefenposition der Zementspitze. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse beantragten GEIE, MeSy und SOCOMINE eine Patentierung des neuen Metallverfüllungsverfahrens, mit dem die europäischen Bemühungen um eine Nutzung dieser höchst umweltfreundlichen Energiequelle unterstützt werden.

Jörg Baumgärtner | ctm
Weitere Informationen:
http://cordis.europa.eu

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