Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bioethanol - Kraftstoff der Zukunft?

27.09.2006
Bereits dreißig E85 Zapfsäulen in Betrieb

Begünstigt durch gestiegene Kraftstoffpreise beginnt sich in Deutschland, neben der Beimischung von Bioethanol zu Ottokraftstoffen (bis 5 Vol. % Ethanol), eine E85-Infrastruktur nach dem Vorbild der USA und Schwedens zu etablieren.

E85 ist ein Gemisch aus 85 % Bioethanol und 15 % Benzin, erfordert allerdings spezielle "Flexible-Fuel-Fahrzeuge" oder eine Umrüstung herkömmlicher Ottomotoren. Seit Inbetriebnahme der ersten deutschen E85-Zapfsäule im Juli 2005 ist die Zahl bis September 2006 bundesweit auf 30 öffentliche E85 oder E50-Tankstellen angestiegen. Zur Unterstützung der Markteinführung von Bioethanol haben sich verschiedene regionale und überregionale Initiativen gegründet.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe nennt für 2005 einen Verbrauch von rund 226.000 Tonnen Kraftstoffethanol in Deutschland. Dabei stützt sich die heimische Produktion vorrangig auf den Rohstoff Weizen. Sie wird in erster Linie von drei Großanlagen in den neuen Bundesländern getragen, die 2004 in Betrieb genommen wurden. Zusätzliche industrielle Anlagenkapazitäten befinden sich in Planung. Auch landwirtschaftliche Brennereien wollen die Chancen im Biokraftstoffmarkt nutzen. So wurde in Nordrhein-Westfalen bereits ein erster Zusammenschluss mehrerer Brennereien zur Produktion und Vermarktung von Bioethanol außerhalb des Branntweinmonopols gegründet.

Eine Zukunftsoption stellt nach wie vor die Produktion aus Lignocellulose dar. Bioethanol aus Lignocellulose wird zu den Biokraftstoffen der 2. Generation gezählt. Durch Nutzung von Ganzpflanzen können gegenüber Getreideethanol höhere Flächenerträge sowie eine günstigere Energiebilanz erzielt werden. Die neueren Verfahren für diese Technologie sind jedoch noch nicht ausgereift. An Verfahren, die die Produktion von Bioethanol aus Lignocellulosen für kleinere, dezentrale Anlagen ermöglichen sollen, wird derzeit u.a. am ATZ Entwicklungszentrum Sulzbach-Rosenberg zusammen mit der TU München gearbeitet.

Mit Verfahren und Potenzialen von Bioethanol beschäftigt sich auch ein Vortrag auf dem aid Forum Landwirtschaft 2006 "Kraftwerk Feld und Wald - Bioenergie für Deutschland", das am 10. November 2006 im Wissenschaftszentrum Bonn stattfindet.

Dr. Doris Schieder | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.aid.de/landwirtschaft/aid_forum_l_2006.php

Weitere Berichte zu: Bioethanol E85 Kraftstoff Lignocellulose Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften